Frage von mommsen, 43

Antibiotika und Übergewicht?

Antibiotika soll bestimmte Bakterien im Darm schädigen, so dass der Körper nicht mehr im Gleichgewicht ist und man zunimmt, stimmt das?

Antwort
von dinska, 39

Ich neige sehr zum Zunehmen, bin aber noch nie von Antibiotika dicker geworden. Eher hatte ich Beschwerden mit meinen Schleimhäuten, vor allem einmal als ich die falschen bekam und anschließend andere nehmen musste, hatte ich anschließend Probleme und brauchte einige Zeit, bis es wieder weg war.

Antwort
von gerdavh, 43

Hallo, aus den bereits vorangegangenen Diskussionen halte ich mich lieber raus. Ich berichte Dir einfach aus eigener Erfahrung. Ich habe noch nie auf Antibiotika zugenommen, aber es kam bei mir bereits vor, dass ich nach Antibiotikagabe anschließend einen (diagnostizierten) Darmpilz hatte. Aus diesem Grund nehme ich seitdem immer in großen Zeitabständen zum Antibiotikum Naturjoghurt mit rechtsdrehender Milchsäure ein. Hatte mir auch mein Apotheker empfohlen; seitdem hatte ich diesbezüglich nie wieder Probleme. lg Gerda

Kommentar von Hooks ,

Pech für Leute, die keine Milchprodukte essen. Die müssen dann schon Milchsäurepräparate nehmen.

Antwort
von Mahut, 36

Wenn du für deine Erkrankung das richtige Antibiotikum bekommst, schädigt es nicht,

ich habe vor 3,5 Jahren 2 Monate lang, ein für den Keim den ich hatte, spezielles Antibiotikum bekommen und hatte einen ganz normalen Stuhlgang, es hat in keinem Fall meiner Darmflora geschadet.

Und zugenommen habe ich auch nicht.

Kommentar von Hooks ,

Wie macht man das? Für den speziellen Keim ein AB? Kenne ich nicht. Ich bekomme immer die volle Dröhnung.

Ok, mir fällt gerade ein, daß ein Arzt mal Versuche gmacht hat. Aber nach 2 falschen (und immer noch die Schmerzen dabei!) bekam ich endlich wieder Amoxycillin. Das haut alles um.

Kommentar von Zweimal ,
Wie macht man das? Für den speziellen Keim ein AB? Kenne ich nicht.

Das geht folgendermaßen:

" Vor einer Antibiotikatherapie sollten – wann immer möglich – die Bakterien nachgewiesen werden, die die Erkrankung auslösen, und es sollte überprüft werden, welches Antibiotikum am besten gegen sie eingesetzt werden kann.

Zur Bestimmung des Keimes werden Proben aus dem infizierten Gebiet (z.B. Harn, Stuhl oder Schleimhaut) genommen und Kulturen angelegt.

Dabei wird das Probenmaterial in kleine Schüsseln gebracht, die mit Nährlösungen gefüllt sind.
Diese Nährlösungen erleichtern den Bakterien die Vermehrung, wodurch sie ab einer gewissen Menge als Bakterienkolonien sichtbar werden.
Zusätzlich werden verschiedene Antibiotika in diese Schüsseln eingebracht.

Wenn die Bakterien von einem Antibiotikum abgetötet werden, sieht man in diesem Bereich keine Bakterien.
Dieses Antibiotikum kann dann gegen die Infektion eingesetzt werden."

http://www.netdoktor.at/therapie/antibiotika-8732

Kommentar von Hooks ,

@ Zweimal:

Wie lange dauert denn das? hat man dafür überhaupt Zeit, wenn man Schmerzen hat?

Das hat man bei mir noch nie gemacht. Und ich habe schon oft AB bekommen, als Kind immer eine ganze Flasche für 3 kranke Kinder. Da sagte der Arzt immer: geben Sie en andern das auch. Ich weiß ja nicht, ob das so toll war. Ich habe mehrere Male im Jahr Otitis gehabt, bin nun schwerhörig.

Auch Angina oder Sinusitis hatte ich oft, unter MTX besonders häufig.

Seit ich darauf achte, kenne ich Amoxicillin (in den allermeisten Fällen) und Doxy....

Einmal habe ich auch ein AB vorbeugend bekommen bis zum Herzsono (nach EKG), damit ich keine Myocard... bekomme (irgendwas mit Herzmuskel). DAS durte ich dann nach ein paar Tagen weglassen, weil der Sonotermin erst paar Wocehn später war. Habe ich auch nicht vertragen.

Wie will man denn vorbeugend wissen, welcher Erreger was am Herzen machen wird? as kommt mir schon alles ein bißchen merkwürdig vor.

Antwort
von drnauheim, 31

Hey, so ist es. Mit etwas googeln im Netz findest du aber sicher noch mehr.

Hier mal ein Link:

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/verdauung/darm/medikamente-antibiotika-s...

Antwort
von wooifal, 33

Also bei mir war das schon einmal der Fall, dass ich Antibiotika-Behandlungen aufgrund einer Grippe bekam. Das hat meine Darmflora ziemlich zerstört, da Antibiotika alle Bakterien angreifen. Ich musste eine Darmkur machen indem ich dem Darm wichtige Milchsäurebakterien wieder zuführe. Mit Orthoflor immun hat das sehr gut geklappt. Nach ner Zeit war alles wieder in Ordnung.

Generell würde ich aber versuchen, Antibiotika so gut es geht zu vermeiden. Mit Übergewicht bzw. einer Zunahme des Gewichts hatte ich damals aber nicht zu kämpfen.

Antwort
von elliellen, 30

Ja, das ist richtig.

Hooks hat es bereits perfekt beschrieben, ein Antibiotikum schädigt alle Bakterien, auch die lebensnotwendigen Darmbakterien, die wichtig für unser Immunsystem sind.

Deshalb sind Folgeerkrankungen nach einer (vor allem langen oder häufigen) Einnahme keine Seltenheit.

Darum sollte die Einnahme eines AB nur in seltenen Fällen erfolgen.

Antwort
von Anneliese08, 29

Ich kenne es nur so wie die meisten anderen , dass Antibiotika Präparate auch die guten Darmbakterien angreifen und wir haben auch schon Erfahrungen damit gemacht. Als meine Tochter damals Antibiotikum bekam, hatte sie immer prompt danach eine Blasenentzündung. Der Apotheker empfahl uns dann ein Darmprodukt. Es dauert aber seine Zeit, bis sich die Schleimhäute normalisiert haben. Man kann auch eine Flohsamenkur machen. Auf jeden Fall vermeiden wir so gut es geht Antibiotika, unserem Körper zuliebe.

Antwort
von Hooks, 28

Eher nicht, denn normalerweise bekommt man Durchfall. Typisch ist der Ausbruch von Neurodermitis danach.

Anti = gegen

Bios = das Leben

Es werden alle Bakterien dadurch geschädigt, auch die für uns notwendigen.

Kommentar von Nic129 ,

Ihnen ist schon klar, dass jedes Antibiotikum ein anderes Wirkspektrum hat?! Sie sagen, jedes Antibiotikum schädigt alle Bakterien - das ist schlicht falsch.

Kommentar von Mahut ,

Ich habe noch nie Probleme mit dem Darm nach einnahme vom Antibiotikum gehabt, Und 2011, habe ich ca 2 Monate hoch dosiertes Antibiotikum bekommen und meine Darmflora hat nicht gelitten.

Kommentar von Nic129 ,

Richtig. Das kann ich nur bestätigen...

Diese Schwachsinnigkeit "Darmflora aufbauen" ist unnötig. Der Körper regeneriert sich selbst. Da muss nicht nachgeholfen werden. Es ist einfach nur reine Geldmacherei - am Ende mit dem gleichen Ergebnis. Manchmal möchten aber bestimmte Menschengruppen mit diesem Unsinn auf sich aufmerksam machen.

Kommentar von elliellen ,

@Mahut: Dann hast du sehr viel Glück gehabt, denn die meisten Patienten bekommen nach einer längeren Einnahme Infekte, einen Pilz o.ä. Die gesundheitsförderlichen, freundlichen Bakterien (Probiotika), zu denen neben vielen anderen Bakterienstämmen auch die Laktobakterien und Bifidobakterien zählen, sind unheimlich wichtig, dass wir gesund bleiben. Ich kann also nur Jedem raten, falls man wirklich mal ein AB genommen hat, für den Darm- Aufbau zu sorgen.

Kommentar von Hooks ,

@ Nic:

Manchmal möchten manche Menschen aber auch andere davor warnen, was sie selbst mitgemacht haben - z.B. monatelange Verdauungsstörungen!

Jemand, der keine Milchprodukte ißt wie ich, bekommt auch keine Milchsäurebakterien mit.

Vielleicht regenerieren sich manche Körper auch nur "von selbst", indem sie ab und zu mal Joghurt essen. Tue ich nicht.

Kommentar von Hooks ,

@ Mahut:

Sei froh, mich haut es jedesmal um.

Kommentar von Zweimal ,

Mahut, mir geht es so wie dir, und ich kann daher deine Aussage nur bestätigen.
Ich kenne auch keinen Mneschen in meiner Umgebung, der durch Antibiotika Beschwerden bekommen hat.

Man sollte nicht unnötige Ängste vor einem sinnvollen Medikament schüren.

Kommentar von Hooks ,

Dann kennst Du jetzt einen: mich.

Ich bekomme jedes Ärger mit der Verdauung. Deshalb hasse ich diese Dinger ja so. Aber was willst Du machen? Unter MTX schafft der Körper nichts alleine mehr, jedenfalls meiner nicht.

Kommentar von Hooks ,

Ist das so?

Dann habe ich vielleicht immer ein Breitspektrum-AB (heißt das so? ich erinnere mich vage an die Packung) bekommen. Denn ich hatte auch immer Probleme mit Durchfall hinterher. Bis mich mal jemand auf den Darmflora-Aufbau hinwies. Da war der Spuk nach ein paar Tagen vorbei. Und ich ärgerte ich, daß mich nie jemand darauf hingewiesen hatte. Deshalb tue ich das nun immer, falls jemand an demselben Problem leidet wie ich.

Ich weiß, daß ich sehr oft Amoxycillin (oder auch mal Doxycyclin) bekommen habe.

Kommentar von Nic129 ,

Nun, Doxycyclin wirkt auf grammpositive, -negative und zellwandlose Bakterien. Ciprofloxacin zum Beispiel aber überwiegend nur auf grammnegative. Clarithromycin wirkt überwiegend auf grammpositiv, hat aber auch einige grammnegative Wirkung.

Und genau das ist damit gemeint. Wenn ein Präparat beispielsweise nur auf grammnegative Bakterien wirkt, hat das keinen Einfluss auf andere.

Davon abgesehen gibt es zu jedem Präparat eine recht lange Liste. Aus dieser geht immer hervor, gegen welche Erreger eine Aktivität vorliegt und nicht. Entsprechend auch, bei welchem Krankheitsbild eine Verordnung indiziert ist oder nicht.

Heißt letztendlich: Antibiotikum ist nicht gleich Antibiotikum.

Kommentar von Anneliese08 ,

Nach meiner Erfahrung kann ein Antibiotikum nicht zwischen schlechten und guten Bakterienstämmen unterscheiden, die meisten in meinem Bekanntenkreis bekamen danach Darmbeschwerden.

Kommentar von Nic129 ,

... Es geht bei der Frage nach der Wirksamkeit nicht um Erfahrungen. Dafür gibt es Fakten. Und Fakt ist, jedes Antibiotikum hat ein Wirkspektrum. Und genau danach wird es eingesetzt.

Was glauben Sie, weshalb man nicht jedes x-beliebige Antibiotikum für ein x-beliebiges Krankheitsbild einsetzen kann?! Genau! Da manche Präparate von Hause aus nicht gegen den dafür verantwortlichen Erreger wirksam ist. Und das hat nichts mit Resistenzen zu tun.

Kommentar von Hooks ,

Aha. Dann kennen Anneliese und ich verhtlich nur solche Leute, die ein Breitband-AB bekommen haben.

Woher weiß ich aber nun, welche Erreger das sind? Meist bekomme ich AB gegen Sinusitis, habe aber aschonmal eins "vorbeugend" gegen Herzmuskelgeschichten (irgendwas mit Myocard...) bekommen. Da weiß man doch gar nicht, welche Bakterien das anrichten, oder?

Oder sind das immer dieselben Stämme?

Kommentar von Nic129 ,

Auch ein Breitbandantibiotikum ist nicht gegen jeden Erreger wirksam... Auch hier gibt es ein begrenztes Wirkspektrum - wie oben schon einmal geschrieben. Manche wirken lediglich auf grammnegative, andere hingegen auf grammpositive und ganz andere wiederum sowohl auf grammnegative als auch auf grammpositive. Das hat mit der Bezeichnung "Schmal- oder Breitband" nur bedingt zu tun.

Eine Sinusitis ist in den meisten Fällen sogar nur viral. Meistens dann in Form einer Komplikation bei Erkältungen beispielsweise. Wenn es dann doch mal eine bakterielle Infektion sein sollte, sind oftmals Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) - also grammpositive - dafür verantwortlich.

Chlamydophila pneumoniae, führt z.B. zu Lungenentzündung, sind hingegen kleine grammnegative Bakterien.

Salmonellen, uns betreffend, sind beispielsweise ebenfalls aneerobe grammnegative Bakterien.

Gardnerella (z.B. bei einer Vulvovaginitis) sind hingegen gramvariable, meiste gemischt mit Anaerobiern.

Jetzt nur, um es mal als Beispiel aufzulisten.

Jetzt sollte klar sein, was ich damit meinte?!

Kommentar von Hooks ,

Eine Sinusitis viral? Mit dem dicken grünen Schnodd? Was soll denn das sein, wenn das keine Bakterien sind? Ich habe gelernt, daß das weiße Blutkörperchen sind, die Bakterien gefressen haben. Fressen die auch Viren? Ich dachte immer, das geht nicht.

So, ich habe jetzt mal nachgesehen: http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Gramfaerbung Die Dinger heißen "gram...", nicht "gramm...".

Dann müssen wir also nur noch herausfinden, was das für Bakterien sind, die wir im Darm brauchen, um ein Mittel zu finden, damit diese nicht geschädigt werden.

Kommentar von Nic129 ,

Hoppla, da waren im Eifer ein paar "m" zu viel - nicht schlimm. Vielleicht einfach gewichtsbezogen ;-)

Ich sagte ja, eine Sinusitis ist in vielen Fällen viral. Eben als Komplikation eines ganz normalen Infekts - wie einer Erkältung. Es kommt aber durchaus auch vor, dass es bakteriell ist - das Vorkommen ist natürlich, auf die Masse betrachtet, nicht gering.

Das, was Sie gelernt haben, ist auch richtig. Gelblich-grün weißt auf bakteriell hin und dementsprechend ist damit die Indikation zur Antibiotika-Therapie gestellt. Deshalb fragen die meisten HNO-Ärzte bei der Anamnese auch nach dem Aussehen...

Kommentar von Hooks ,

Ich kenne nur diese Sinusitis. Man sagte mir, wenn es nicht mit grünem Schleim einhergeht, ist es keine Sinusitis.

Ich habe sie immer im Anschluß an verstopfte Nase, teilweise auch ohne Schnupfen. Mir scheint, es kommt auf die Dauer an, wie lange die Nase dicht ist. Anscheinend sind da anaerobe Bakterien im Spiel.

Deshalb trage ich immer abschwellende Säuglingstropfen mit mir herum, wenn ich für mehrere Stunden aus dem Haus gehe.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community