Frage von Keferl, 159

Antibiotika bei Erkältung - trotzdem Gefahr einer Entzündung?

Ich habe mir vor über 2 Wochen eine ziemlich schwere Erkältung eingefangen. Normalerweise ist eine Erkältung bei mir nach 1 Woche weg, diesmal musste ich eine 2 Woche Krankenstand dranhängen und hatte ganz unübliche Symptome - war z.B. zum 1. Mal in meinem Leben heiser, hatte eiskalte Füße, die Nase war total verlegt, dabei aber kaum Schnupfen. Letzten Montag versuchte ich zur Arbeit zu gehen, musste aber nach 4 Stunden aufgeben. Fühlte mich total schlapp, jeder Luftzug am Kopf tat mir weh, Nase war noch immer verlegt. Nachmittags verschrieb mir der Arzt Antibiotika. Nach drei Tagen Antibiotikaeinnahme fühle ich mich zwar wesentlich fitter, aber die Nase ist immer noch zu und die Heiserkeit ist noch da. Morgen muss ich zur Arbeit. Jetzt habe ich Panik, dass ich irgendeine Entzündung (Stirnhöhle, Nebenhöhlen etc.) ausbrüte. Kann ich trotz Antibiotikaeinnahme sowas kriegen? Oder verhindern das die Antibiotika?

Antwort
von Lexi77, 159

Hallo!

Antibiotika bekommt man in der Regel bei bakteriellen Infektionen. Gegen einen einfachen grippalen Infekt helfen die gar nicht. Leider verschreiben aber trotzdem immer noch zu viele Ärzte ein Antibiotikum, meist auf Wunsch des Patienten. Hat der Arzt bei dir denn eine bakterielle Infektion vermutet oder warum hast du das AB bekommen? (Im neuen Heft der Apotheken-Umschau steht dazu übrigens ein großer Artikel drin. Ist ganz interessant.)

Grundsätzlich sollte man während einer Antibiotikaeinnahme keine neue bakterielle Entzündung bekommen. Das kann aber trotzdem in seltenen Fällen passieren, weil immer mehr Krankheitserreger gegen verschiedene Antibiotika resistent geworden sind (u.a. deswegen weil zu viel und zu schnell AB verschrieben werden).

Wenn du dich morgen immer noch nicht gut fühlst und immer noch Beschwerden hast, solltest du trotzdem noch zuhause bleiben. Du musst dich richtig auskurieren,darfst nichts verschleppen. Was bringt es, wenn du dich zur Arbeit quälst und dann aber trotzdem deine Leistung nicht bringen kannst. Deinen Kollegen ist damit dann auch nicht geholfen. Andererseits, wenn es nur eine verstopfte Nase und Heiserkeit ist, kein Fieber oder sonstige weitere Beschwerden vorliegen, dürften es wohl nur die Reste des grippalen Infektes sein.

Gegen eine verstopfte Nase helfen Inhalationen oder auch eine Nasendusche, auch Rotlichtlampe ist gut. Und zur Not für 1-2 Tage auch ein abschwellendes Nasenspray. Und gegen die Heiserkeit gibt es zahlreiche Lutschbonbons für jeden Geschmack oder versuche zu gurgeln und trinke Tee (z.B. Salbei). Du solltest nur deine Stimme nicht überanstrengen, nur das Nötigste reden. Und auf gar keinen Fall flüstern, das schädigt Stimmbänder und Kehlkopf nur noch mehr!

Gute Besserung! Lexi

Kommentar von Keferl ,

Mein Arzt hat mir die Antibiotika erst beim dritten Mal verschrieben mir der Bemerkung "Weil Sie es anders nicht wegbekommen". Sie wirken auch - seit Montag geht es mir wesentlich besser, die Schlappheit ist ganz weg, nur die Nase ist noch etwas verlegt, und das beunruhigt mich.

Antwort
von Mahut, 131

Warum musst du Morgen zur Arbeit wenn du noch immer krank bist?

Ein Antibiotikum hilft nur wenn du eine Bakterielle Infektion hast, hat der Arzt dich darauf untersucht?

mache mal eine Nasendusche mit dem dazugehörigen Nasensalz, das befreit die Nase und die Nebenhöhlen.

Antwort
von elliellen, 114

Hallo!

Ich denke nicht, dass das Antibiotikum dazu beigetragen hat, dass es dir besser geht. Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, wird durch Viren verursacht und dagegen wirkt kein Antibiotikum.

Einige Ärzte verschreiben ein AB, wenn ihnen nichts anderes einfällt. Man bekommt in der Apotheke viele frei verkäufliche und pflanzliche Präparate, die die Symptome einer Erkältung schnell und effektiv lindern.

Die Einnahme des AB schädigt deine guten Darmbakterien, die für deine Immunabwehr wichtig sind. Viel trinken und gesund ernähren, schonen und Nasenspülungen sind hilfreich bei einer Erkältung.

Kommentar von Keferl ,

Ich bin grundsätzlich sehr gegen Antibiotika, das letzte Mal, als ich welche bekam, war ich danach pilzverseucht (habe auch jetzt davor Angst). Aber ich bin selbst kein Mediziner, ich muss dem Arzt vertrauen, wenn er es mir als quasi letzten Ausweg verschreibt. Normalerweise kriege ich Erkältungen immer mit Hausmitteln nach einer Woche weg, nur diesmal ist es eben anders, und 3 Wochen krank sein kann ich mir einfach nicht erlauben :-(

 

Antwort
von drachentiger, 139

Eine Erkältung heißt in der Sprache der Ärzte eine Virusinfektion. Die hat normalerweise das Immunsystem im Griff.Dein Arzt muss wohl der Meinung sein, dass dies aus irgendeinem Grund dieses Mal bei dir nicht der Fall war und deshalb ein Bakterienangriff erfolgt ist, eine sogenannte Superinfektion. Einer der Gründe könnte sein, dass du es mit der körperlichen Schonung nicht so genau genommen hast und deshalb sehr geschwächt warst (siehe auch http://www.staendigerkaeltet.de). So etwas öffnet den Bakterien den Zugang an einem geschwächten Immunsystem vorbei. Viren und Bakterien sind zu unterscheiden. Antibiotika wirken gegen Bakterien.Ich finde es so eine Art russisches Roulette, in diesem Zustand zur Arbeit zu gehen und durch körperliche Aktivität und eine erneute Schwächung die Bakterien weiter am Leben zu halten. Auch Antibiotika sind keine Superkeule, die alles erwischt. Aber vielleicht ist ja auch nach drei Tagen kein einziges Bakterium mehr am leben; ich weiß nicht, wie lange so ein Antibiotikum braucht, um zu wirken. Arzt fragen.

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