Frage von Shevra, 459

Anhaltende körperliche Beschwerden nach Panikattacken?

Hallo

Ich habe jetzt seit beinahe 2 Jahren Panikattacken. Ich habe mittlerweile gelernt damit umzugehen und führe mein Leben weitgehend unbeirrt weiter, das heißt ich verstecke mich nicht und stelle mich meinen Ängsten. Somit beschränken sich die Attacken mittlweile bis auf wenige Ausnahmen auf ein kurzes unbehagliches Gefühl, was ich dann ignoriere. Bei stärkeren Attacken (etwa 1-2 mal im Jahr) fange ich an zu zittern und mir wird schlecht. Aber auch das ist dann nach maximal einer Stunde wieder vorbei und ich fühle mich höchstens am nächsten Tag etwas erschöpft.

Jetzt hatte ich am Sylvester eine Attacke die vollkommen aus dem Rahmen gefallen ist. Ich hatte keine Angst, aber sie ging den ganzen Abend nicht weg. Symptome waren wie immer Zittern mit innerer Unruhe und Übelkeit aber zusätzlich noch Kopfschmerzen, leicht depressive Gedanken und massive Erschöpfung. Seitdem sind jetzt 5 Tage vergangen und ich spüre die Auswirkungen immernoch. Mir geht es zwar viel besser aber irgendwie fühle ich mich "zweigeteilt". Denn auf der einen Seite bin ich aktiv, gehe trotz Erschöpfung raus und habe auch wieder Spaß. Auf der anderen Seite gibt es kurze Einschübe wo ich zittere und wieder leicht depressiv denke (z.B. ob ich jetzt auch noch depressiv werde oder ähnliches).

Da mir das jetzt das erste Mal passiert, dass es sich so massiv körperlich auswirkt wollte ich jetzt doch mal fragen ob das normal ist?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Shevra,

Schau mal bitte hier:
Übelkeit Angst

Antwort
von LadyLu, 459

Das Unterdrücken oder Leugnen der Panikattacken hilft dir leider nicht. Sie werden dadurch lediglich ins Unterbewusstsein verschoben und führen dort ihr zerstörerisches Werk fort. Du solltest dich nicht vor deinen Ängsten verstecken. Auch nicht ignorieren. Nimm sie an. Fühl sie und heile sie. Dann werden auch die anderen Symptome Stück für Stück verschwinden. Keine leichte Aufgabe, zugegeben, vielleicht wäre es für dich doch hilfreich, einen Therapeuten ausfindig zu machen, der dir hilft. Auch die körperlichen Beschwerden werden zusehens weniger belastend für dich werden.

Antwort
von bobbys, 413

Hallo,

das ist keines falls normal, denn du hast deine Panikattacken nicht im Griff, sondern du lässt diese gewähren bis sie zu Ende sind. Eine Panikattacke dauert längstens 20 min ,dann ist sie vorbei ,das ist richtig aber damit ist dein Problem (Auslöser der Panikattacken)nicht gelöst. Jetzt kommt so langsam die Situation ,wo auch noch andere Symptome hinzu kommen und die werden auch immer mehr ,wenn du dich nicht professionell behandeln lässt. Panikattacken-Angststörungen und auch Depressionen hängen sehr eng bei einander ,das eine schließt das andere oftmals nicht aus. Ich empfehle dir dich bei einem Neurologen/Psychiater vorzustellen ,wenn nötig medikamentös behandeln und auch eine Verhaltenstherapie bei einem Psychotherapeuten anzustreben. Du könntest auch mal über eine Psychosomatische Reha beantragen dort kann man sehr viel über sich lernen.

LG Bobbys

Kommentar von Shevra ,

Hallo Bobbys

Das Problem dabei ist, dass ich die Ursache nicht benennen kann. Ausgelöst wurden die Attacken wie gesagt von der Pille. Damals hab ich mich auch mal monatelang sehr krank gefühlt. Das heißt natürlich nicht, dass die Pille auch die Ursache war. Aber ich weiß eben nicht woran ich arbeiten müsste.

Ich hab schon mehrmals überlegt mich therapeutsch behandeln zu lassen und hab auch schon eine Liste mit Nummern aufgeschrieben. Aber erstens hab ich im Moment nicht die Zeit dazu eine Therapie zu machen, weil ich auf Vollzeit studiere. Und zweitens ist es doch bei einer verhaltenstherapeutischen Behandlung auf den reinen Umgang mit Panikattacken beschränkt oder nicht?

Kommentar von bobbys ,

Da du nicht jeden Tag bei einem Therapeuten bist und diese Sitzung auch nur 1 h beträgt ,wenn sie stattfindet bist du durch aus in der Lage diesen Termin wahr zu nehmen.Desweiterem warum lässt du dich nicht auch medikamentös behandeln? man muss es nicht ertragen, man kann sehr wohl gut eingestellt erst mal funktionieren und dann auch die Medikamente später wieder ausschleichen. In der Verhaltenstherapie wird erst mal heraus gearbeitet ,warum du an solchen Symptomen leidest .Ich habe die Erfahrung gemacht ,wenn man medikamentös eingestellt ist und dann eine Psychosomatische Reha gemacht hat ,auch da wird dir mitgeteilt was dein Problem ist ,weil du dort mit Therapeuten arbeitest und du dann mit dem erlernten Strategien und Techniken gerüstet zur Verhaltenstherapie gehst ,verstehst du auch alles besser und kannst dich auch mehr öffnen dem Therapeuten gegen über.Natürlich muss auch die Chemie stimmen zwischen Therapeuten und dir. Du solltest auf jeden Fall etwas für dich tun ,da es nicht besser wird das kannst du glauben.

LG Bobbys

Kommentar von Shevra ,

Ich habe, wenn ich ehrlich bin Angst davor Medikamente dagegen zu nehmen, weil ich nicht will, dass ich abhängig werde. Ich habe einen Familienangehörigen der Alkoholabhängig ist, deswegen will ich auf keinen Fall ein solches Abhängigkeitsverhältnis entwickeln, weder zu Alkohol noch zu Medikamenten. Außerdem weiß ich nicht inwieweit ich dann noch einsatzfähig sein werde. Ich bin jetzt im fünften Semester, das heißt ich hab nur noch eine Klausurphase und habe dann die Praxisphase. Ich kann es mir also nicht leisten jetzt auszufallen, wenn nicht die letzten 2 1/2 Jahr umsonst gewesen sein sollen. Wie lange dauert es denn normalerweise bis man wieder halbwegs "normal" ist? Ich habe gehört dass man gerade am Anfang extrem leidet, wenn man zu einer Therapie geht, weil dann erstmal alles was einen belastet an die Oberfläche kommt.

Danke überings für deinen Rat, ich bin dir sehr dankbar, auch wenn es sich vielleicht anders anhört.

Kommentar von bobbys ,

Gerade weil du es dir im Moment nicht leisten kannst auszufallen, solltest du Medikamente nehmen. Die heutigen Antidepressiva sind sehr gut und machen nicht abhängig ,deshalb habe ich auch geschrieben ......wieder ausschleichen. Um eine Therapie gut durch zu führen ,finde ich es auch wichtig ,das man überhaupt dazu in der Lage ist und deshalb solltest du dich erst mal mit Medikamente stabilisieren.

........wenn man zu einer Therapie geht, weil dann erstmal alles was einen belastet an die Oberfläche kommt............

Es kann aber auch befreiend sein:)

LG Bobbys

Wenn ich helfen kann immer wieder gerne :)

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