Frage von stephan31, 62

Anfälle, Hirnkrämpfe mit Abwesenheit nach hohem Blutzucker ?

Hallo zusammen,

ich bin ziemlich verzweifelt. Mein Vater (56) war über die Ostertage sehr müde und hatte immer viel getrunken. Er hatte vor 6 Wochen mit dem Rauchen aufgehört. Außerdem hatte er immer ein "Flimmern" vor seinen Augen. Nach Besuchen beim Augenarzt hatte dieser ihn ins Krankenhaus überwiesen. Dort wurde ein erhöhter Blutzuckerspiegel (über 400 mg/dl) festgestellt und er wird seither mit Insulin behandelt - der Blutzuckerspiegel senkt sich aber nur mäßig (teilweise immer noch 280 trotz Spritzen und angepassten Mahlzeiten. Das Schlimmste kommt aber seit 2 Tagen ! Er hat nicht nur dieses Flimmern, sondern immer wieder solche Aussetzer. Und zwar dreht er seinen Kopf immer nach rechts und seine Augen in die rechte Ecke und wenn er gerade etwas erzählt ist er völlig weg und weis gar nicht mehr wie er heisst. Das ganze geht dann eine gewisse Zeit und dann ist es wieder einigermaßen normal - manchmal erinnert er sich teilweise daran und manchmal gar nicht. Neulich hatte er dann sogar richtige Krämpfe und Zuckungen. Heute wird nochmals ein MRT mit Kontrastmittel des Gehirns gemacht.

Hat jemand so etwas schon einmal erlebt? Bzw. kann so etwas auftreten und mit dem Zucker zusammenhängen? Oder sind bei jemandem solche "Anfälle" schon mal aufgetreten?
Ich habe ziemlich Angst, vor allem Ihn so sehen zu müssen - er ist doch noch jung !

Vielen Dank für Hilfen!

Stephan

Antwort
von sonne123, 35

Hallo Stephan, 

es tut mir leid mit deinem Vater. Bis der Zucker richtig eingestellt ist, dauert eine Weile, das ist normal. Gut möglich, das  die Symptome etwas mit dem Diabetes zu tun haben. Klarheit wird vielleicht die MRT bringen bzw.  zwischenzeitlich gebracht haben. Es kann sein, das sich der Zustand mit der optimalen Einstellung bessert. 

Nicht verzweifeln Stephan, dein Vater ist im Krankenhaus und in guten Händen. Dir und deinem Vater alles Gute! Liebe Grüße

Antwort
von evistie, 31

Trinkt Dein Vater trotz seines Diabetes Alkohol?

Wenn die Leber damit beschäftigt ist, Alkohol abzubauen, kann sie nicht mehr genügend Zucker produzieren und ins Blut ausschütten. Vor allem abendlicher Alkoholgenuss kann daher zu nächtlichen Unterzuckerungen führen. Achtung: Kohlenhydrathaltige Getränke wie Bier und Likör erhöhen zunächst den Blutzucker. Wird der erhöhte Wert dann mit Insulin gesenkt, kann es zu einer besonders schweren Unterzuckerung kommen.

http://www.diabetes-ratgeber.net/Unterzucker/Was-kann-eine-Unterzuckerung-ausloe...

Das, was Dich besonders beunruhigt, können sowohl Anzeichen einer Unterzuckerung als auch neurologische Ausfälle sein. http://www.diabetes-ratgeber.net/Unterzucker/Unterzuckerung-Warnzeichen-und-Symp...

Ich wünsche Deinem Vater alles Gute und dass es ihm bald wieder besser geht!

Kommentar von stephan31 ,

Nein Alkohol trinkt er keinen - er liegt ja im Krankenhaus

Antwort
von stephan31, 15

Hallo zusammen,

erstmals vielen Dank für die Antworten und Hinweise.

Die MRT-Untersuchung des Gehirns mit Kontrastmittel zeugt keine Auffälligkeiten. Wie können jetzt nur hoffen, dass es nicht eine Hirnentzündung oder gar ein Tumor ist. 

Was mir immer mehr Beunruhigung bringt sind eben diese Aussetzer. Er sieht dabei wie erstarrt in die rechte Ecke, hört mitten in der Unterhaltung auf und sieht Halluzinationen und sagt dann immer, ob wir das nicht sehen was die Leute da machen, obwohl da niemand steht. Auch wenn es jetzt besser wird sieht er vieles nicht. Gestern schien es wieder phasenweise "normal" zu sein als er gegessen hat aber dann hat er auf einmal 20cm neben dem Teller versucht das Essen auf die Gabel zu bekommen.

Kann so etwas wirklich vom Zucker kommen? Wie mein Ihr das mit Unterzuckerung? Weil seine Werte ja noch immer sehr hoch sind, ich habe jetzt noch nie erlebt, dass er unter 180 mg/dl fällt. Über die Werte bzw. das Insulin kann ich derzeit nichts sagen, versuche das aber heraus zu bekommen.

Wir bekommen langsam wirklich Angst, weil er nicht mehr der ist, den man kennt...

Stephan 

Antwort
von StephanZehnt, 36

Hallo Stephan,

um dazu etwas sagen zu können müsste man mehr  wissen. Ich nehme an das sein hoher Zucker die Ursache ist das er noch nicht richtig eingestellt ist.  Das heisst das er  auch schon einmal in den Unterzucker rutscht.

http://www.diabetes-ratgeber.net/laborwerte/blutzucker

Es wird schon etwas dauern ehe sich das alles eingependelt hat. Nun weis ich nicht was teilweise genau heisst wann ihr den Blutzucker messt? (
HbA1c -Wert ?)
Im Normalfall misst man den Blutzucker vor dem Essen. Nach dem Essen kann der Blutzucker vorübergehend auf über 200 steigen.  Ich weis nicht ob Ihr auch Kurzzeitinsulin benutzt

http://www.navigator-medizin.de/diabetes/die-wichtigsten-faqs-zu-diabetes/insuli...

Ich würde mich in solch einer Situation bei einem Diabetes Forum anmelden und einmal bei Fragen dazu schreiben  welches Insulin ihr spritzt - HbA1c -Wert wenn ihr den habt - wann ihr den Glucosewert messt.).

Als Beispiel  http://www.diabetes-forum.de/

Ich weis nicht wie der Befund des MRT s aussieht ob da irgendwelche Auffälligkeiten gab. Bei so hohen Zucker sollte Dein Vater zumindest einmal pro Jahr zum Augenarzt gehen.  Dein Vater sollte zur medizinischen Fusspflege gehen da Verletzungen in dem Bereich Probleme  nach sich ziehen können.

Denn der erhöhte Zucker schädigt auch die peripheren Nerven, so das man eine Verletzung u.U. zu spät bemerkt.

Gruss Stephan

Antwort
von WosIsLos, 6

Durch jahrelangen Alkoholkonsum wurde der Körper seiner Mineralienvorräte beraubt. Welche extreme Auswirkungen das haben kann, siehst du am Krankheitsbild deines Vaters.

Meine erste Empfehlung bei Krämpfen wäre die Gabe von Magnesium Granulat aus der Apotheke. Die absolute Mindestdosis am Tag 600mg, bei Bedarf bis 1200mg.

Wenn dein Vater wieder zuhause ist, sollte er außerdem täglich 2-3 Flaschen mineralienreiches Mineralwasser trinken.

Dieses Flimmern kann einige Ursachen haben, unter anderem Ablagerungen in den Blutkanälchen durch Tabkkonsum.

Leberwerte lassen bei Bedarf sich mit Ahornsirup (z.B. mit Joghurt) und Dijon Senf (z.B. bei Salatsaucen zugeben) verbessern.

 

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