Frage von Pappeldo7, 27

anamnese und verlauf- "Krankenakte bitte übersetzen" Bypass

Hallo, kann mir vielleicht einer von euch dieses Ärztedeutsch mal so übersetzen, das ich es als Laie auch verstehe- ich sag schon mal danke!!!(3-fach Bypassoperation) Und hier gehts los: Bei stabiler Hämodynamik und adäquater Oxygenierung konnte der Patient zeitgerecht extubiert werden. Auffällig war anfänglich eine metabolische Azidose unklarer Genese, die sich a.e.durch die chronische Pankreatitis erklären ließ. Im Verlauf zeigte sich am 3. Tag bei eingeschränktem Gasaustausch ein progredienter Pleuraerguss links mit Belüftungsstörung der Lunge und ein ca. 2,5cm großer Pneumothorax. Es erfolgte die Anlage einer Thoraxsaugdrainage nach Bülau. Im weiteren Tagesverlauf kam es zu einem zunehmenden Delir, welches mit Clonidin und Haloperidol behandelt wurde. Trotzdem kam es zur weiteren respiratorisch Verschlechterung,sodass mehrere Bronchoskopien erfolgten,bei denen reichlich Sekret abzusaugen war. Im Röntgen Thorax-Bild zeigten sich bipulmonale fleckige Verschattungen bei bekannten pneumonischen Infiltraten, die vor allem rechts weiter zunehmend waren.Wir begannen die kalkulierte Antibiose mit Piperallicin+Tazobactam und Ciprofloxacin.Unter anschließender intensiver Atemphysiotherapie stabilisierte sich die respiratorische Situation.

Antwort
von Lexi77, 22

Hallo! Ich verstehe zwar auch nicht alles, aber ein bißchen was kann ich glaube ich dazu sagen, habe bei meinem Aufenthalt auf der Intensiv einiges vom Nachbarpatienten mitbekommen:

Bei stabiler Hämodynamik und adäquater Oxygenierung konnte der Patient zeitgerecht extubiert werden

Die Blutwerte waren in Ordnung und auch der Sauerstoffgehalt des Blutes (Oxygenierung) war gut und deshalb hat man dich dann extubiert, also den Beatmungsschlauch entfernt.

Auffällig war anfänglich eine metabolische Azidose unklarer Genese, die sich a.e.durch die chronische Pankreatitis erklären ließ.

Eine metabolische Azidose ist eine Übersäuerung des Blutes (http://de.wikipedia.org/wiki/Metabolische_Azidose), die Ursache dafür war unklar, am ehesten konnte dies durch eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung erklärt werden.

Im Verlauf zeigte sich am 3. Tag bei eingeschränktem Gasaustausch ein progredienter Pleuraerguss links mit Belüftungsstörung der Lunge und ein ca. 2,5cm großer Pneumothorax.

Am 3. Tag sahen die Ärzte einen fortschreitenden, also mehr werdenden (progredient) Erguss, also eine Flüssigkeitsansammlung zwischen der Lunge und den Rippen links so dass die Lunge nicht mehr richtig belüftet wurde. Außerdem befand sich dort Luft (vermutlich eine Luftblase von 2,5 cm), die die Ausdehnung des Lungenflügels behindert und somit die Atmung einschränkt. (zu finden bei den einzelnen Begriffen bei Wikipedia). Deswegen wurde dir ein kleiner Schlauch (Thoraxdrainage) in den Brustkorb gelegt.

Trotzdem kam es zur weiteren respiratorisch Verschlechterung,sodass mehrere Bronchoskopien erfolgten,bei denen reichlich Sekret abzusaugen war.

Trotzdem verschlechterte sich deine Atmung, weswegen mehrere Bronchoskopien (Spiegelungen der Lunge) gemacht wurden, bei denen immer auch Sekret abgsaugt wurde.

Du hast dann zwei Antibiotika und Atemtherapie bekommen und dann hat sich deine Atmungssituation wieder stabilisiert.

Alles weitere weiß ich nicht.

Ich kann dir aber noch einen Tipp geben (auch bei meinen Tipps zu finden): sieh dir mal die Seite washabich.de an. Hier kannst du deinen medizinischen Befund einschicken und der wird dann von Medizinstudenten innerhalb weniger Tage übersetzt. Ich habe da schon dreimal Befunde hingeschickt und immer sehr gute Übersetzungen bekommen, dazu noch immer ergänzend sehr gute Erklärungen. Da wird man dir sicher deinen Befund für dich verständlich übersetzen können.

Alles Gute!

Kommentar von Pappeldo7 ,

Hallo, danke für den Supertip, das werd ich mal versuchen, wünsche noch nen schönen Abend!!!

Kommentar von gerdavh ,

Hallo Lexi, eine Superantwort!! Genauer geht es fast nicht. Grüße Gerda

Kommentar von Lexi77 ,

Schön, dass ich helfen konnte! :-)

Kommentar von beamer05 ,

Gute Antwort, allerdings:

(vermutlich eine Luftblase von 2,5 cm),

nicht ganz, sondern es hat sich ein spaltförmiger "Luftraum" (Pneumothorax) zwischen Lunge und Pleura gebildet, ganz selten ist das mal wie eine Luftblase, fast immer sehr flächig ausgedehnt:

http://www.eesom.com/bilderpool/pneumothorax/pop_pneumothorax_therapie.jpg

Antwort
von schanny, 19

Nach Deiner Bypass- Op wurdest Du bei normalem Blutfluss (Hämodynamik) und Gabe von Sauerstoff (Oxygenerierung) extubiert, d.h. der Tubus (Beatmungsschlauch) wurde entfernt. Dann zeigte sich eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), wahrscheinlich eine Folge der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Am 3. Tag zeigte sich ein Lungenfellerguss (Pleuraerguss) wodurch die Funktionsfähigkeit der Lunge beeinträchtigt wurde. Es kam zu einem Pneumothorax, da sammelt sich Luft im Pleuraspalt (also zwischen Lungenfell und Lunge liegt dieser Spalt) und es wurde eine Thoraxdrainage (Brustkorbdrainage) angelegt, um die Flüssigekeit und Luft abzusaugen. Es kam im Laufe des Tages zum Delir (organisches Psychosyndrom). Trotz dieser Maßnahmen verschlechterte sich weiter der Zustand, sodass mehrere Bronchoskopien durchgeführt wurden (das ist eine endoskopische Untersuchung der Bronchien) bei denen reichlich Sekret (Schleim) abgesaugt wurde. Bei der Bronchoskopie zeigten sich auf beiden Bronchien fleckige Verschattungen bei bekannten Lungeninfiltraten (Flüssigekeitsansammlungen in der Lunge). Es wurde eine Antibiotikatherapie eingeleitet und von einem Physio Atemübungen gemacht, so konnte sich die Atmung verbessern.

Ich hoffe, ich konnte es halbwegs verständlich erklären und Dir damit weiterhelfen. Viele Grüße!

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