Frage von Horizonttaenzer, 174

An was misst man den Schweregrad eines Herzinfarktes?

Hallo

Die Frage ist im Titel.

Vielen Dank für Euren Rat.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Horizonttaenzer,

Schau mal bitte hier:
Medizin herzinfarkt

Antwort
von GeraldF, 174

An der Ausdehnung des nicht mehr durchbluteten Herzmuskelgewebes. Die Größe des Infarktgebietes lässt sich mit mehreren bildgebenden Verfahren darstellen, routinemäßig am häufigsten und einfachsten mit der Echocardiographie. Eine graduelle Einteilung gibt es beim Herzinfarkt aber nicht. Sind mehr als 40% der Muskulatur der linken Herzkammer betroffen, so kommt es in der Regel zum Pumpversagen (kardiogener Schock). Häufigste Todesursache beim Infarkt sind aber Herzrhythmusstörungen und deren Auftreten ist nicht unbedingt von der Infarktgröße abhängig.

Kommentar von Horizonttaenzer ,

Hallo GeraldF

Super, vielen Dank für Deinen aufschlussreichen Beitrag. "des nicht mehr durchbluteten Herzmuskelgewebes." Weisst du zufällig auch, ob sich dieses Gewebe teilweise wieder regenerieren kann? Oder ist es "für immer verloren"? Wird es nach dem Infarkt auch nicht mehr teilweise durchblutet?

Danke und Gruss.

Kommentar von GeraldF ,

Ob sich minderversorgtes Herzmuskelgewebe wieder regeneriert und wieviel von dem Infarktgebiet wieder zu funktionierendem Herzmuskelgewebe wird, hängt im wesentlichen von der Dauer der Minder- bzw. Nichtdurchblutung ab. Oder andersherum: Je schneller ich die Durchblutung im betroffenen Gefäßgebiet wieder herstelle, desto mehr Herzmuskelgewebe kann ich retten ("time is muscle"-Prinzip). Ziel ist es heutzutage, das verschlossene Herzkranzgefäß innerhalb von 90 Minuten nach dem Verschluss wieder zu eröffnen. Gelingt dies, so regeneriert sich die Infarktzone meist fast vollständig. Wird das Gefäß nicht oder zu spät wieder eröffnet, so bildet sich im Bereich des nicht mehr durchbluteten Gewebes eine Narbe aus Bindegewebe. Dieser Teil des Herzmuskels fällt dann für die Pumparbeit des Herzens komplett aus und vermindert so die Herzleistung. Das Narbengewebe wird über sogenannte Kollateralen durchblutet. Da es kein Funktionsgewebe ist wie Muskulatur, benötigt Narbengewebe kaum Sauerstoff oder Nährstoffe.

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