Frage von Glis21, 92

An was leide ich? :(

Hallo zusammen,

ich leide seit etlichen Jahren an unerklärlichen Symptomen, die kein Arzt wirklich erklären oder einer bestimmten Krankheit zuordnen kann. Deswegen hoffe ich, dass vielleicht einer von Euch eine Idee hat oder mir weiterhelfen kann.

Angefangen hat alles etwa 2001. Von heute auf morgen hatte ich plötzlich starke Augenschmerzen, die dann jahrelang angehalten haben. Es war ein Druck von außen auf die Augen und ich musste den ganzen Tag an diesen Schmerz und meine Augen denken und hatte das Gefühl, dass mein Umfeld sehen konnte, dass mit meinen Augen etwas nicht stimmte. Ich hatte das Gefühl zu schielen und dachte ich würde mein Gegenüber im Gespräch anstarren. Diese unerträgliche Augenschmerzen haben bis etwa 2006 angedauert. In dieser Zeit habe ich zum ersten Mal Psychopharmaka (Antidepressivum und Neuroleptikum) bekommen und die Schmerzen wurden deutlich weniger, wobei ich aber bis heute nicht weiß, ob die Schmerzen wirklich durch die Medikamente besser wurden oder durch einen anderen Faktor. 2003 kamen noch andere Symptome dazu. Mir kam plötzlich alles vor wie im Traum. Ich hatte Angst, dass ich mir alles nur einbilde. Auch las ich in dieser Zeit über die Symptome einer Schizophrenie und hatte plötzlich furchtbare Angst auch an einer Schizophrenie erkrankt zu sein. Ich dachte Dinge zu sehen und zu hören, die nicht real waren. Dabei habe ich mir das immer alles nur eingebildet. Deshalb hat auch jeder Arzt den ich aufgesucht habe ganz klar gesagt, dass ich an keiner Schizophrenie erkrankt wäre. Dieses Einbilden Dinge zu sehen und zu hören ging aber nicht weg. Ich habe mir auch eingebildet dass sich Dinge bewegen und konnte nicht aufhören mir diese Dinge einzubilden. Dann kam ein weiteres Symptom hinzu - körperliche Missempfindungen. Ich spürte plötzlich meinen Körper so komisch, als ob meine Beine beispielsweise irgendwie durcheinander waren und ich machte mir Gedanken über Dinge, die eigentlich ganz automatisch ablaufen, wie zum Beispiel "Fahrradfahren", "Laufen", etc. was mich noch mehr durcheinander brachte. Zu dieser Zeit stellte ein Arzt bei mir einen erhöhten Prolaktinwert und ein Prolaktinom fest (über eine CT). Als ein anderer Arzt später noch eine CT gemacht hat, konnte das Prolaktinom jedoch nicht mehr erkannt werden (entweder war es nie da oder es war bei dieser Messung einfach nicht zu erkennen).

Das Hauptproblem waren aber nach einiger Zeit meine Gedanken (und genau das ist auch heute noch so). In meinen schlechten Phasen komm ich gedanklich nicht zur Ruhe. Die Gedanken nehmen Besitz von mir, auch im Schlaf kann ich nicht abschalten. Ich merke den ganzen Tag wie ich denke (der Gedankenprozess an und für sich ist belastend aber auch Gedanken wie "Das wird nie mehr besser", "niemand kann mir helfen", "niemand weiß was ich habe"...), nichts lenkt mich ab und es macht mich einfach nur wahnsinnig.

Antwort
von Glis21, 74

Mit dem Antidepressivum und dem Neuroleptikum ging es mir dann nach 2006 wieder gut, aber auch nicht auf Dauer. Die Ärzte konnten die ganzen Jahre keine Diagnose stellen, vermutet wurde verschiedenes: Zwangsstörung, Angststörung, ADHS, bipolare Störung, affektive Störung, Zwangsgedanken. Medikamente wie Abilify, Risperdal und Cipralex halfen nur kurzzeitig, wenn überhaupt.

Bis Mai diesen Jahres ging es mir einigermaßen gut und dann hat es wieder angefangen. Innerhalb weniger Tage waren die oben genannten Symptome wieder da, sodass ich nach kurzer Zeit freiwillig in die Psychiatrie gegangen bin. Auch dort waren die Ärzte wieder ratlos und haben es zunächst mit Anafranil und Risperdal versucht, was zu keiner Besserung geführt hat. Auch wurde bei mir eine Tavorabhängigkeit vermutet, da in den schlechten Phasen Tavor das einzige Mittel war und ist, dass mir ein wenig Linderung verschafft. Nach einigen Wochen gab man mir als Experiment den Stimmungsstabilisator "Orfiril" (unter gleichzeitiger Gabe von Diazepam) und es ging mir tatsächlich langsam besser. Auch nachdem Diazepam abgesetzt wurde, ging es mir mit der täglichen Einnahme von Orfilril (1500mg) und Risperdal (2mg) bis vor einigen Tagen richtig gut. Ich dachte ich hätte es endlich überstanden und man hätte mit Orfiril das richtige Medikament gefunden. Vor drei Tagen ging es plötzlich wieder los. Von heute auf morgen waren die Symptome (besitzergreifende Gedanken, Körpermissempfinden, Surrealismus, Einbildungen, keine Ablenkungs- oder Entspannungsmöglichkeiten) wieder da und ich kann mich nicht dagegen wehren.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter und brauche nun Eure Hilfe. Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht gar nicht psychisch krank bin, sondern eine hormonelle Störung habe, die meine Psyche beeinflusst (kann das möglicherweise an dem Prolaktinom oder einem anderen Drüsentumor bzw. einer hormonellen Dysregulation liegen?). Was meint Ihr? Habt Ihr ähnliche Erfahrungen oder Symptome gemacht / gehabt? Habt ihr Tipps für mich oder vielleicht eine Diagnose? Kennt ihr einen guten Arzt bzw. eine Klinik im süddeutschen Raum, die mir helfen könnte(n)?

Antwort
von Glis21, 67

Hallo Waldmensch,

ich war schon in psychiatrischer Behandlung (sieher zweiter Post von mir), aber leider ohne Erfolg. Ich glaube nicht, dass ich eine psychische Erkrankung habe, sondern eher eine hormonelle Erkrankung (die sich auf die Psyche auswirkt). Ein MRT wurde bisher nicht von meinem Schädel gemacht, sondern nur eine CT ...

Kommentar von waldmensch ,

Dann lasse doch mal ein MRT machen. Eine hormonelle Erkrankung kann diese Symtome auch auslösen. Da kann Dir aber leider nur ein INternist weiter helfen.

Antwort
von Glis21, 56

Hallo harosisa,

ich war schon (für 3 Monate) in psychiatrischer Behandlung, doch es hat absolut nichts gebracht (das hab ich übrigens unten schon erwähnt ... liest sich hier keiner die ganze Geschichte durch?) ...

Antwort
von harosisa, 47

Hallo,

Ich weiss nicht, woran du leidest. Aber wenn es mir so schlecht gehen würde wie dir, würde ich Hilfe in einer psychiatrischen Klinik suchen. Ich meine es wirklich ganz, ganz ernst!

Liebe Grüsse und gute Besserung harosisa

Antwort
von waldmensch, 37

Hallo Glis 21,

bei welchen Ärzten bist Du gewesen ???? Wurde schon mal ein MRT vom Schädel gemacht ?

Wie Du die Sache bis jetzt geschildert hast und alle Befunde normal Befunde sind, wirst Du körperlich in Ordnung sein. Diese Schmerzsyptomatik ( somatoforme Störungen ) ist leider auch eine Krankheit die niemand erklären kann. Der Betroffene spürt zwar den Schmerz, aber die Ärzte können Dir nicht sagen wo er her kommt ( keine Organische Erkrankung)

Diese Sache macht den Patienten immer verückter und er versucht nach Ursachen zu suchen und fühlt sich von den Ärzten schlecht behandelt.

Leider kann ich Dir nur den einen Ratschlag mit auf den Weg geben: Gönne Dir viel , viel Ruhe, wenn Du Schmerzen hast unterbreche Deine Tätigkeit und mache was anderes, Lasse Dir gute Psychofarmaka und Schmerzmittel verordnen und suche Dir einen Psychologen.

Gute Besserung

Waldmensch

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