Frage von Immortal, 91

Alternative zu Trauma: was hab ich (Psyche)?

Abend...

Ich 17 habe ein Problem. Ich habe große Angst davor, dass einer meiner Mitbewohner krank wird. Sprich, quasi geisteskrank, nicht mehr richtig bei Sinnen ist usw. Musste halt schon in Jungen Jahren einen epileptischen miterleben der nicht gerade glimpflich ausgegangen ist. Und vor 5 Monaten hat sich so einer wiederholt.

Lautes rumsen Gepolter Verwirrtheit

Diese 3 Faktoren lassen mich durchdrehen. Zittern, Übelkeit und unheimliche Angst sind die Symptome. Deshalb war ich bei einem Psychologen, hatte 3 Sitzungen und bin dann nicht mehr hin gegangen. Meinte ich hätte wahrscheinlich ein Trauma und hat mit mir so blöde Spielchen gemacht, meinte ich solle Geräusche ausblenden usw. Das wurde mir zu blöd, ich will die Geräusche die mir so sehr Angst machen, nicht ausblenden. Im Gegenteil. Wenn irgendwo im Haus ein Feuer brennt, halte ich mir doch auch nicht die Nase zu und schau weiter fern. Ich will ja unbedingt "erkennen" was da vor sich geht und ob es das ist was ich denke. Damit ich abhauen kann, sowas nicht mehr sehen muss.

Das ich dieses für mich schon halb abgeschlossene Thema wieder aufgreife, hat einen ganz bestimmten Grund. Ich hatte jetzt nach diesen 5 Monaten nur 1 richtige Panikattacke. Und die war vor 3 Monaten. Gut, zwischendurch hatte ich bei leiserem Gepolter und so, trotzdem mal Angst. Aber nicht so extrem, war nur sehr angespannt, nervös und aufmerksam. Und das erzählte ich dem Psychologen, der hattte dann, wie ich vermutete, das Thema "Trauma" ganz schnell vom Tisch gefegt. Und da fingen die blöden Spielchen und "Methoden" an, Sachen auszublenden. Bin dann nicht mehr hingegangen, letzte Sitzung war vor 3 Wochen rum.

Doch heute Nacht ist es wieder passiert, gar schon vor 1 Stunde. Jetzt klingt es langsam ab. Ich wollte gerade ins Bett gehen, da ertönte ein richtig lautes rumsen. Für mich war klar, entweder meine Oma oder mein Opa war hingefallen. Ab da bin ich zitternd und mit rasendem Herzen aufgestanden, hab mein Handy genommen, bin mit Klamotten ins Bett (was ich normalerweise hasse) und hab meine Kopfhörer aufgesetzt. Ich hatte so tierische angst, hab eine Dreiviertel Stunde lang meinen Kopf/Oberkörper hin und her bewegt so dass ich nur meine eigenen Geräusche gehört habe. Musik wollte ich nicht hören, dann wär ich vollkommen taub gewesen und hätte vielleicht nicht gehört wie einer der Verletzten zu mir runter gekommen wär, dann könnt' ich nicht abhauen. Auch wenn's durchs Fenster wär...

Ich bin verzweifelt, weiß noch immer nicht was da oben passiert ist. Aber es muss jemand hingefallen sein, das Geräusch kenn ich nur zu gut... Gerade hör ich seit 30 Minuten nichts mehr, aber bald kommt wieder die Zeit, in der die beiden aufs Klo gehen... Und naja, dann weiß ich nicht ob sie nur aufs Klo gehen, oder irgendwie verletzt rumkrabbeln...

Sprich: Bei heftigen Geräuschen wie bei dem Anfall, bekomme ich tierische Angst. Bei leiseren, werde ich nur aufmerksam und nervös/angespannt. Was soll ich machen...?

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Antwort
von evistie, 42

Noch vor ein paar Tagen hast Du geschrieben

Ich bin sehr mitfühlend und habe schnell ein schlechtes Gewissen. Das weiß ich mit Sicherheit über mich.

Davon merke ich bei Deiner Schilderung nicht das geringste. Du bist ganz sicher, dass Oma oder Opa umgefallen sind (freiwillig wird sich ja wohl keiner der beiden derart lautstark auf den Boden werfen...), aber alles, an was Du denkst, sind Deine eigenen Befindlichkeiten. Nimm mal an, Oma oder Opa haben einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten, aber keine Hilfe bekommen, weil Du Dich nur um Deine eigenen Befindlichkeiten gekümmert hast - da würde ich gerne mal Dein "schlechtes Gewissen" kennenlernen...

Du meinst, egal, was passiert, sind ja noch andere da, die mal nachschauen und ggf. Hilfe holen können? Wirklich, sehr "mitfühlend"...!

Ich glaube Dir Dein Trauma. Bei Traumen ist die Konfrontationstherapie am erfolgversprechendsten. Das würdest Du wissen, wenn Du nicht jeden Therapieversuch unter dem Motto "der versteht mich sowieso nicht" im Keim ersticken würdest.

Du hättest heute Gelegenheit gehabt, einen wesentlichen Schritt zur Beseitigung Deines Traumas zu machen. Bedenke bitte, es handelt sich nicht um x-beliebige fremde Menschen, denen Du bei "Lautes rumsen Gepolter Verwirrtheit" zusehen musst, sondern um Dir nahestehende Menschen! Und trotzdem kannst Du Dich nicht überwinden?! Da war meine Einschätzung von vor ein paar Tagen, Du seiest eine große Egozentrikerin, wohl gar nicht mal so falsch...

Ich will ja unbedingt "erkennen" was da vor sich geht und ob es das ist was ich denke. Damit ich abhauen kann, sowas nicht mehr sehen muss.

Merkst Du eigentlich, was Du da schreibst?! Du bist ganz offensichtlich überhaupt nicht bereit, Dein Trauma zu überwinden. Du willst nur wissen, wann Du Dir erneut die Kopfhörer überstülpen musst, um für Deine Mitmenschen nicht "da" sein zu müssen.

Du tust mir leid. Deine Familie tut mir leid. Inzwischen werden sich hoffentlich andere um das Gepolter gekümmert haben. Vielleicht hat es ja inzwischen sogar "Entwarnung" gegeben... hoffentlich kriegst Du das dann überhaupt mit, unter Deinen Kopfhörern!


Kommentar von Immortal ,

Solch Kommentare kannst du dir herzallerliebst sparen. Ich bezweifle dass du weißt was ein Trauma ist, sonst würdest du mein Verhalten nicht verurteilen. Ich kann nichts dafür, dass ich Todesangst bekomme und denke, dass sie mir etwas Böses wollen. In diesem Moment geht es für mich eher darum, mein Leben zu retten, weil ich dieses als bedroht empfinde. Da du aber ein guter Menschenkenner zu sein scheinst und alles über das Thema weißt, muss ich ja nichts mehr dazu sagen, wär ja nur alter Tabak für dich.

Außerdem hätte er mich zu einem Psychotherapeuten schicken müssen, da dieser die nötigen Kompetenzen besitzt. Und wenn es mich nicht interessieren würde, würde ich wohl kaum in so einem Forum schreiben. 

Ich werde nicht weiter auf deine "Antwort" eingehen, das ist mir dann doch etwas zu blöd.

Kommentar von evistie ,

Solch Kommentare kannst du dir herzallerliebst sparen.

Ich freue mich, dass es Dir heute schon wieder sehr gut geht! Ist ja bei so schweren Traumata wie dem Deinen auch nicht selbstverständlich.

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