Frage von dertomtom, 2

Alte Angewohnheit bereitet Probleme...

Irgendwann habe ich mir angewöhnt im Schlaf mit dem rechten Arm eine Wand "wegzuschieben" (d.h ich lege die Hand mit den Fingern an die Wand) ... dabei ist es nicht ungewöhnlich, as die Finger gut 90° abgewinkelt sind (ja in die falsche Richtung^^)

War nie ein Problem - neuerdings wache ich morgens mit Schmerzen im Ellenbogen und in Ring und Mittelfinger auf (ich spür praktisch wo die zuständigen Sehnen herlaufen...und hab sowas wie Muskelkater oberseite unterarm)

Zwinge ich mich die Finger von der Wand zu lassen ist es morgens besser - ich aber totmüde...

Was ist plötzlich mit demArm los - und wie gewöhn ich mir das schieben ab (kann nicht immer jemand aufpasen)...???

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bethmannchen,

Das ist schon merkwürdig, und ich denke nicht, dass es eine Angewohnheit ist.

Frage dich doch einmal, "Was schieb ich denn da im Schlaf von mir weg?" Irgendwie scheint mir das mit Trauminhalten zu tun zu haben.

Wenn alles nichts hilft, dann anders längs ins Bett legen, also Kopf am jetzigen Fußende. So kommst du mit dem Arm ja gar nicht erst an die Wand heran, und an deiner Bettdecke, den Kissen kannst du die Finger nicht so verbiegen, weil die ja nachgeben.

Kommentar von dertomtom ,

Das gehört sozusagen zu meiner Höhlenbau-Taktik (auch wenn ich jetzt direkt in die Klapse komme).. ich krieche sozusagen mit absicht in eine Ecke ... steht in einem Hotel z.B. ein Bett völlig frei muss ich schon so totmüde sein, dass ich aus den Schuhen kippe... sonst klappt's nicht mit dem Schlafen

Kommentar von bethmannchen ,

Oh, da wird mein Rat mit anders längs ins Bett legen wohl doch nicht viel helfen. Was du da im Schlaf machst, ist im Grunde wohl nichts anderes, als was kleine Kinder bei Angst instinktiv tun. Die graben sich bei (vermeintlicher) Gefahr ganz tief unter die Bettdecke. Das muss wohl noch ein Überbleibsel aus unserer Zeit als Sammler und Jäger sein.

Da wird sicher ein nicht aufgearbeitetes Trauma aus ganz frühen Kindertagen hinter stecken. Es wird so früh angesiedelt sein, noch vor der Sprachentwicklung liegen, dass du es nicht konkret greifen und auch nicht verbal beschreiben kannst. Aber wegen so etwas kommt man nicht in die Klapse, sonst wäre die halbe Bevölkerung ja in geschlossenen Anstalten, und die andere Hälfte nur noch mit deren Versorgung beschäftigt ;-)

Bei so einem Trauma denkt man zumeist, da müsse einem etwas ganz schreckliches von jemand anderem zugefügt worden sein. Das ist aber in den selteneren Fällen so. Viele Traumata sind viel harmloser entstanden, aber genauso belastend in der Gegenwart. Ich mach das mal an einem konkreten Beispiel deutlich:

Familie fährt mit dem Rad ins Grüne, Stadtkinder zum ersten Mal auf dem Land, ich mit nicht einmal 3 Jahren sehe zum ersten Mal Kühe - Uhi, viel größer als im Bilderbuch! Mama und Papa haben nur keine Zeit für mich, die großen Brüder mussten wohl unbedingt die Bullen ärgern, einer im Kuhfladen ausgerutscht, was auch immer... So sehe ich mir diese Tiere alleine an, ohne dass ich spontan fragen, etwas erklärt bekommen kann. Nicht so schlimm... in diesem Fall aber fatal...

Diese Kühe, vielleicht auch nur Kälber, hatten alle am Kopf etliche kleine blutige, noch nicht verschorfte Wunden. Was kommt kleinem Mädchen dann in den Sinn? "Oh - arme Kühe - Aua". Nun hätte ich dazu ja eine ganze Menge "Fragen" an meine Eltern, aber irgendwie "ging das da wohl unter", und die Tour geht weiter…

Etliche S-Kurven später kommt ein Bauernhof und auf dem Vorplatz laufen einige Hennen mit Küken frei herum. Das muss man sich natürlich genauer ansehen, wie die picken und scharren, die Küken locken und ihnen das Körner finden beibringen… (In irgend einer Geschichte kam vor, das jemandem Hühner um die Füße liefen, die seine Schuhbänder dann für Regenwürmer hielten - also passe ich gut auf, wo ich hintrete).

Da sehe ich dann aber nicht nur niedliche Küken, und gluckende Hennen. Auf jedem Hühnerhof gibt es eine Hackordnung, und auf einer hacken sie alle immer wieder herum. Natürlich frage ich, warum die das machen, warum sich die eine da nicht wehrt; aber, aber, warum… Dann geht es auch bald nach Hause, essen, waschen, ab in die Klappe zum Matratzen-Horch-Dienst.

Am nächsten Morgen finde ich das übliche "Wachgekitzelt werden" überhaupt nicht lustig. Um mich aufzumuntern kriegt meine Mutter die kleinen Plüschküken her, die sie für Ostern besorgt hat, um sie mir zu zeigen, und setzt sie nebeneinander auf die Bettdecke… Ich war noch nie so schnell aus meinem Kinderbett und schreie nur hysterisch herum: "Küken sind nicht niedlich - Hühner sind keine lieben Tiere - Hühner sind böse!"

Träume sind Schäume, sagt man ja. Man kann sich bestimmt genau vorstellen, welche zwei ganz von einander unabhängigen Beobachtungen ich hier wohl im Schlaf zu einer Horror-Story, frei nach Hitchcock, zusammengeschäumt haben werde. Zu meinem größten Glück, war meine Mutter aber nicht von Dummsdorf. Mir war bei dem ganzen Abenteuer doch nichts passiert, es hatte ja nicht einmal ein Huhn nach meinen Schnürsenkeln gepickt! Woher diese panische Angst, sogar vor diesen winzigen Deko-Küken?!

Jetzt fing meine Mutter an zu fragen, warum, weshalb, wieso… Die Kühe hatte sie selbst gar nicht wahrnehmen können; sie ist da mit was ganz anderem beschäftigt gewesen. "Was war denn mit den Kühen?" - und zuletzt fand sie dann den roten Faden, und wusste auch aus Erfahrung heraus, was mit den Kühen wirklich los war. Denen wurden nur ein oder zwei Tage zuvor Warzen entfernt, und die Stellen waren noch nicht verheilt.

"Die waren doch von den Hühnern ganz weit weg…" - "Aber wenn die da hin fliegen, dann…" - "Du, Hühner können gar nicht fliegen, nur ein bisschen flattern." - ""… zu der Wiese flattern, dann…" - "Nein, die kommen nur so weit wie, na - vom Tisch bis zur Tür, oder so. - Und so hoch wie andere Vögel kommen sie dabei auch nicht, nicht einmal, ääh, auf diesen Tisch - und eine Kuh ist doch viel größer"…

Du merkst schon, wie viel Mühe es schon am nächsten Tag macht, ein Trauma aufzuspüren und durch richtiges Relativieren dann auch aufzulösen. Und das, obwohl es hier die Mutter ist, die ja selbst die ganze Zeit mit dem Kind so zu sagen auf Tuchfühlung war, live dabei gewesen ist!

Ich bin heute heilfroh, dass meine Mutter damals so hartnäckig dran geblieben ist, sonst hätte ich bis heute wohl ein schweres Kühe-Hautwunden-Hühner-Küken-Osterdeko-Trauma mit mir herum getragen. Wer weiß was ich damit so alles für kuriose Sachen täte, aber für die Klapse hätte es wohl doch nicht gereicht.

Antwort
von gerdavh,

Hallo, das ist in der Tat eine Angewohnheit, die auf Dauer Deinem Arm, der gesamten Schultermuskulatur und natürlich den Fingern nicht gerade zuträglich ist. So wie Du das schilderst, fällt mir nur als Lösung ein, dass Du an der Wand ein großes Kissen hinlegst. Ich bin kein Psychologe, aber für mich hört sich dieses Ritual nicht einfach nach normalem Schlafengehen an, sondern an irgendwelche unverarbeiteten Traumen aus Deiner Kindheit. Ich muss @bethmannchen hier zustimmen, das hört sich an, als ob Du im Schlaf etwas von Dir fernhalten willst, aber trotzdem den Schutz einer Art Höhle brauchst. Helfen könnte hier - wobei es sich ja nicht direkt um eine Krankheit handelt - höchstens ein Psychologe, evtl. mit Hypnose. lg Gerda

Antwort
von hacker,

Schieb doch dein Bett in die Mitte des Zimmers, oder auf jeden Fall weg von jeder Wand. Dann hast du nicht mehr die Möglichkeit, nachts die Wand des Zimmers umherzuschieben, hast weniger Beschwerden und bist wieder ausgeschlafen. Diese seltsame Angewohnheit bringt dir nur Unruhe und Probleme, schaff sie doch ab. Viel Glück.

Antwort
von Friedelgunde,

Deine Muskelprobleme stammen ziemlich sicher von der "Schieberei". Daher sollten diese sich geben, sobald du dir deine Angewohnheit wieder abgewöhnt hast.

Das jedoch kann möglicherweise ein größeres Problem werden. Wie die anderen schon sagten, scheinst du unverarbeitete Probleme/Ängste mit dir herumzuschleppen. Ich würde dir tatsächlich zu einer Gesprächstherapie raten. Sprich deinen Hausarzt darauf an, der kann dir ggf. einen Therapeuten vermitteln und die notwendigen "Formalitäten" in die Wege leiten.

Abgewöhnen kannst du dir das Schieben wohl am leichtesten, indem du das Bett von der Wand wegziehst. Keine Wand - kein Schieben. Für den Höhlenbau eignen sich große Kissen auch wunderbar :-). Ich hatte als Kind lange Zeit Alpträume (den Grund dafür kannte ich, doch das gehört hier nicht her ^^) und mir auch einen "Bettbunker" gebaut: viele Kissen und ALLE meine Stofftiere um mich herum haben für ausreichende Bewachung und Schutz gesorgt. Es mag zwar blöd klingen, aber hast du vielleicht ein oder mehrere Stofftiere, die in der Nacht auf dich aufpassen können? Einen Versuch wäre es doch wert - musst du ja niemandem erzählen ;-). Viel Glück für die Zukunft!

Antwort
von walesca,

Hallo dertomtom!

Hier habe ich eine sehr interessante Möglichkeit, mit der man sich solche "Angewohnheiten" selbst wieder abgewöhnen kann. Ich habe es selbst schon recht erfolgreich angewendet und kann nur empfehlen, es einfach mal auszuprobieren - ist garantiert Nebenwirkungsfrei und völlig unbedenktlich! Es muss aber ggf. mehrfach wiederholt werden!

http://www.eafet.com/

Viel Erfolg damit wünscht walesca

Kommentar von Zweimal ,

Von ihren Erfahrungen mit dem "Beklopfen" berichtet hier eine Anwenderin:

"Selbstversuch
Ganz schön beklopft"

http://www.focus.de/kultur/leben/selbstversuch-ganz-schoen-beklopft_aid_487267.h...

Kommentar von walesca ,

Ja, beim Lesen dieses Beitrages standen auch mir die Haare zu Berge - ehrlich!!! So eine Show kann ich auch wirklich nicht gut heißen - und reich wird man durch die Anwendung ganz sicher auch nicht - leider! Ich habe diese Methode in einem Kreis an alternativen Methoden Interessierter Menschen kennengelernt - ganz ohne jeden Showeffekt - und schon mehrfach nach der Anleitung für mich angewendet. Ganz im stillen Kämmerlein - da hat es sehr gut funktioniert (z.B. gegen Verlangen nach Süßem, lästigen Angewohnheiten, Höhenangst). Man kann dieses systematische Klopfen durchaus mal ausprobieren, sollte aber insgesamt der Methode schon kritisch gegenüberstehen und nicht alles soo tierisch ernst nehmen (.. bzgl. reich werden etc.). Der Ansatz dieser Methode ist schon recht gut, (es wird ja auch gesagt, dass durch Suggestion viel erreicht werden kann! Warum nicht mal ausprobieren??) - die Vermarktung dagegen finde ich auch sehr grenzwertig (diese war mir aber auch nicht bekannt!!). LG

Kommentar von bethmannchen ,

Tja wirklich, ganz schön behämmert

Wenn das wirklich so erfolgreich wäre, wie das Paar Franke stets behauptet, würden Europas Krankenkassen ihnen die Füße küssen. Man würde ihnen in Gemeinschaftsaktion wohl eigene Therapiezentren hinstellen, ihnen Angstpatienten mit Kostenübernahme durch Krankenkassen ohne Ende zuweisen, weil die ja schon nach Monaten! statt Jahren als geheilt entlassen werden können.

Was für eine Win/Win/Win Chance für Patienten, Krankenkassen und Therapeuten. Aber ist ja wohl nicht, weil ofensichtlich keine belastbaren Beweise da sind!

Nun, wenn ich mir vorstelle, meine Mutter hätte damals angefangen auf mir herum zu klopfen, statt mich sachte da hin zu bringen zu erkennen, dass ich wohl nur Blödsinn geträumt hatte, wäre ich später wohl doch in der Klapse gelandet, oder bei ein paar bekloppten ;-)

(Wem der Zusammenhang fehlen sollte: siehe ""eine Trauma-Darstellung" im Kommentar zu meiner Antwort von zwanzig Stunden zuvor)

Antwort
von rulamann,
und wie gewöhn ich mir das schieben ab

Indem du dir angewöhnst auf der anderen Seite zu schlafen, also auf der wandabgewandten Seite. :-))

rulamann

Kommentar von bethmannchen ,

Na, so einfach scheint die Sache wohl doch nicht zu sein.

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