Frage von gini07, 5

Als Klinikarzt im Ausland arbeiten?

Hallo, wegen den schlechten Arbeitsbedingungen in Deutschland hatte ich überlegt vor oder nach dem Studium im Ausland zu arbeiten und zu wohnen. Kennt sich jmd damit aus? Für mich käme die Schweiz, Österreich, Großbritannien und Frankreich in frage. Wie sieht es dort mit den Arbeitsbedingungen, der Arbeitszeit und dem Gehalt aus? Wie ist das Zusammenleben mit den dort einheimischen Ärzten? Vielen Dank schonmal im Vorraus.

Antwort
von alegna796, 4

Hallo, Du sollst überhaupt nicht weggehen, denn wir brauchen Ärzte in allen Branchen in Deutschland. Arbeiten musst Du überall und ob Du im Ausland glücklicher bist, kann Dir auch keiner vorher sagen. Wenn alle gehen wollen, dann werden die Arbeitsbedingungen für die, die hier arbeiten doch immer schlechter. Willst Du den Menschen helfen oder willst Du "das schnelle Geld" verdienen? Überlegs Dir noch mal.

Kommentar von Zweimal ,

gini07 sollte dann fairerweise aber auch im Ausland studieren, denn ein Medizinstudium kostet die Allgemeinheit eine Menge Geld.

Kommentar von gini07 ,

Mir geht es nicht um das Gehalt, sondern eher um die Arbeitsbedingungen und ja mir geht es darum Menschen zu helfen. Ich würde auch in dem Land studieren, wo ich arbeiten würde. Wenn der Staat den deutschen Klinikärzten vielleicht ein bisschen mehr Gehalt versprechen würde und sie nicht 60-70 Std. in der Woche arbeiten müssten, würden vielleicht nicht mehr so viele Leute ins Ausland auswandern.

Kommentar von Nic129 ,

Entschuldigen Sie mal.... Wir verdienen, im Vergleich zu vielen anderen Berufsgruppen, recht ordentlich. Darüber sollte man sich nicht beschweren. Wir könnten auch schlechter dastehen.

Wenn Sie keine 60-70 Stunden arbeiten möchten, haben Sie sich den falschen Beruf ausgesucht. Es ist nun leider einmal so, dass wir keine extrem geregelte Arbeitszeit haben. Man kann eben nicht nach 8 Stunden sagen: Feierabend. Ich gehe.

Das wird aber auch im Ausland nicht anders sein. In unserem Beruf kann man nicht vorausplanen. Sie wissen nie, was passiert.

Was mich erschüttert:

Sie studieren Medizin bzw. Sie wollen Medizin studieren?! Dann beschweren Sie sich jetzt schon, viele Jahre vor Aufnahme der Tätigkeit, über Arbeitszeiten und Gehalt?! Machen es schon als politisches Thema?!

Dann gehören Sie wohl zu der Gruppe Mediziner, die sich eher mit politischen Debatten herumschlagen möchten, aber sich nicht auf das Wesentliche konzentrieren.

Entschuldigen Sie meine ernsten Worte. Aber so etwas hört man nur sehr selten von einem (angehenden) Studenten....

Wenn Ihnen an geregelter Arbeitszeit, sehr guter Entlohnung, Freizeit, ect. mehr liegt, dann suchen Sie sich lieber einen anderen Beruf. Dann wäre der Arztberuf das Falsche....

Kommentar von alegna796 ,

Eine sehr gute Antwort und eine sehr gute Einstellung.

Antwort
von StephanZehnt, 2

Hallo Gini,

wenn man ins Ausland gehen will als Arzt sollte man da auch studieren.

  • Studiengebühren in Großbritannien 9000 BPD pro Jahr.

in den USA in Stanford zum Beispiel sollen Bachelorstudenten künftig 36.000 Dollar Studiengebühren zahlen, hinzu kommen 11.000 Dollar für Unterkunft und Verpflegung - wohlgemerkt für ein Jahr.

Nun in Deutschland haben dt. Studenten gegen Studiengebühren demonstriert. Ich bin der Meinung man sollte da auch im Ausland studieren. Wenn man dan nach Schweden udgl. gehen will.

Wir zahlen mit unseren Steuergeldern für das Studium und müssen dann betteln für einen Termin. Unser Gesundheitssystem verschlingt bereits über 300 Milliarden € .

Ja und da immer mehr privatisiert wird - wird es auch nicht besser werden. Die Leidtragenden sind die Patienten und das Medizinische Personal. Wir werden bald ähnliche Verhältnisse haben wie in der Dokumentarfilm Sicko.USA

VG Stephan

Antwort
von Nic129, 2

Großbritannien und USA können Sie schon gleich vergessen. Da hätten Sie nach Abschluss des Studiums hier in Deutschland noch einen längeren Weg vor sich. Sie können also nicht nach dem Studium (oder nach kurzer Kliniktätigkeit) in eines der beiden Länder gehen.

Die Arbeitsbedingungen hier in Deutschland finde ich persönlich nicht schlimm. Es gibt schlimmere Länder. Wenn ich mir überlege das man in den Staaten besser schon gut Geld mitbringt - wegen häufigen Klagen, ect...

Wenn Sie in einer Klinik im Ausland arbeiten wollen, bleiben Sie auch dort nicht von Nachtdiensten verschont. Die gehören nun leider einmal dazu. Vor allem hat man nach dem Studium nicht besonders viel vorzuweisen. Insbesondere keine Berufserfahrung - was lieber gern gesehen ist.

Schließen Sie das Studium ab und nehmen Ihre Arbeit hier auf. Machen Sie eine Facharztausbildung, danach stehen Ihnen alle Türen offen. Sowohl in Deutschland, als auch in allen anderen Ländern.

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