Frage von MartinW,

Albträume bei Kindern, was kann man tun?

Was kann man machen wenn ein Kind immer wieder Albträume hat? Ist das in einem bestimmten Alter normal, oder steckt was Ernsteres dahinter?

Antwort von marina91,
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Hallo MartinW,

Ab dem ersten Lebensjahr des Kindes setzt die sogenannte "Angstentwicklung" ein, das ist ein völlig normaler Prozess der zur Entwicklung jedes Menschen gehört. Im ersten Lebensjahr nimmt das Kind plötzlich laute Geräusche, Schmerzen, Blitze, etc. wahr. Im zweiten Lebensjahr kommt die Angst vor Dunkelheit hinzu, ab dem dritten Lebensjahr beginnen Kinder plötzlich, Ängste vor fremden Personen, Hexen, usw. zu entwickeln.

Im Kindergarten/Schulalter kommt dann die sog. "Sozialisationsangst" hinzu, das Kind entwickelt Ängste vor zb. der Kindergärtnerin oder vor dem Zusammensein mit vielen Menschen.

So lässt sich die Angstentwicklung gliedern. (dies waren allerdings nur einige Beispiele) Diese Entwicklung zieht sich ca. bis zum 9. und 10. Lebensjahr - das variiert natürlich von Kind zu Kind.

Da Kinder so viele Entwicklungsphasen durchlaufen (wie eben diese Angstentwicklung), sind sie sehr labil und können anfällig für Nachtängste sein!

Sehr oft sind Alpträume bei Kindern völlig normal, da sie einfach zu diesem Entwicklungsprozess dazugehören. Je älter das Kind wird, desto mehr lernt es, mit seinen Ängsten umzugehen. So ist auch zu erklären, daß die Alptraumhäufigkeit mit zunehmenden Kindesalter abnimmt.

Alpträume können aber auch durch das tagsüber erlebte entstehen. Das muss allerdings nichts dramatisches sein, es genügt schon, wenn ein Kind im Kindergarten von streitenden Eltern erzählt oder sonstiges. Diese Dinge verarbeitet dein Kind dann im Traum.

Versuche einfach, dein Kind nach einem Alptraum zu beruhigen, ihm klar zu machen, dass alles okay ist, dass alle da sind. Vorsichtig kannst du natürlich auch versuchen, den Traum zu hinterfragen und herausfinden, ob dein Kind etwas beschäftigt.

Liebe Grüße!

Antwort von Alois,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo MartinW,

wenn dein Kind nach einem Alptraum aufwacht,braucht es vor allem Ihr Verständnis, damit es seinen Traum verarbeiten kann. Wenn das Kind schon sprechen kann, kannst du dich mit ihm/ihr über das unterhalten, was es geträumt hat. Schlaftherapeuten haben die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich sein kann, wenn man Kinder am nächsten Tag die Figuren aus ihren Träumen malen lässt und sie somit "fassbar" macht. Die Kinder sollen sich dann für das Erlebnis im Traum einen neuen, guten Ausgang überlegen.

Etwa jedes zweite Kind im Alter zwischen zwei und zehn Jahren leidet irgendwann einmal an Alpträumen; am häufigsten treten Alpträume in der Vorschulzeit auf und lassen dann wieder nach.

Von den Parasomnien sind Alpträume diejenigen, bei denen am ehesten ein Zusammenhang mit akuten oder chronischen Belastungen besteht. So sind die Ursachen für einen Alptraum denn auch häufig in sehr intensiven oder beängstigenden Tageseindrücken zu suchen, die das Kind überfordern. Hierzu zählt auch ein übermäßiger und nicht kindgerechter Fernsehkonsum. Besonders bei Schulkindern kann Überforderung aufgrund von schulischem Leistungsdruck eine Rolle spielen.

Um "böse Träume" zu vermeiden, achte tagsüber auf eine ausgeglichene Atmosphäre. Gib deinem Kind Gelegenheit, über das am Tag Erlebte zu sprechen - belastende Ereignisse sollten jedoch besser tagsüber besprochen werden.

Und achten Sie darauf, dass das Kind nicht zu viel fernsieht. In der letzten Stunde vor dem Einschlafen sollte Fernsehen tabu sein.Grundsätzlich sind Alpträume kein Grund zu Besorgnis.

Wenn dein Kind aber regelmäßig ein- oder mehrmals pro Woche Alpträume hat, solltest du fachliche Hilfe in Anspruch nehmen und mögliche Ursachen bedenken. Wende dich dann am besten an deine(n) Kinderärztin oder Kinderarzt.

Liebe Grüße, Alois

Antwort von elisabeth2000,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich erinnere mich gut an meine eigenen schrecklichen, immer wiederkehrenden Albträume als kleines Kind. Mein Rat wäre: gib deinem Kind viel körperliche Nähe und liebevolle Zuwendung in Form von gemeinsamem Kuscheln, Singen, Spielen, Erzählen ... Unsere Tochter hatte solche Träume nicht, unser zweitgeborener Sohn ganz schlimm (trotz aller Mühe). Sprecht über den Traum, malt die Monster zusammen, denkt euch eine Geschichte aus, wie die Monster zu vertreiben wären. Es gibt auch gute Kinderbücher zum Thema; geh mal in eine Leihbücherei. Viel Erfolg und gute Nerven wünsche ich dir.

Antwort von Masquerade,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Das kommt tatsächlich in einem bestimmten Alter häufiger vor weil die Kinder dann oft mehr erleben, z.B. Kindergarten oder Schule. Manche Kinder wollen ein Ritual nach dem abends überall nach "Monstern" gesucht wird, damit sie gut einschlafen können.

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