Frage von Lexi77, 1.080

Abstrich - Dauer bis zum Ergebnis?

Hallo!

Wie lange dauert es eigentlich in der Regel, bis man ein Ergebnis von einem Abstrich bekommt?

Am Donnerstag wurde (endlich) von dem eitrigen Sekret an meiner PEG ein Abstrich gemacht. Einmal für Bakterien und einmal für Pilze. Wie lange wird es jetzt in etwa dauern, bis da ein Ergebnis vorliegt? Ich will den Arzt ja nicht ständig mit meinen Nachfragen nerven ;-)

Danke und viele Grüße, Lexi

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von GeraldF, 1.080

Warum wurde der Abstrich gemacht ? Wozu soll das gut sein ? Sie kriegen die nie weg da, auch nicht, wenn Sie wissen, wie die heißen.

Kommentar von walesca ,

Sie kriegen die nie weg da, auch nicht, wenn Sie wissen, wie die heißen.

Oh doch, das ist durchaus möglich!! Je genauer die Erreger bestimmt werden können, desto höher die Wahrscheinlichkeit, auch ein Gegenmittel zu finden. In der Bioresonanz gibt es z.B, gegen etliche Erreger, Pilze, Viren etc. spezielle Frequenzen, mit denen diese ganz gezielt behandelt werden können!!!!! LG P.S. Sorry, das DH war hier leider ein Versehen - ich wollte "Kommentar" anklicken. Ansonsten schätze ich aber Deine Antworten!

Kommentar von GeraldF ,

Nein, Sie kriegen solche Herde nur saniert, wenn Sie das Fremdmaterial entfernen, also in diesem Fall die komplette PEG-Sonde. Das ist natürlich nicht im Sinne unserer Fragestellerin, denn die hatte ja schon genug Ärger mit der Sonde und dem Port und hat sicher keine Lust, eine neue legen zu lassen.

Problem ist, das es Erreger gibt, die an dem Fremdmaterial haften und sich dort sehr wohl fühlen. Sie bilden zusammen mit Zelldetritus, Schleim und Wasser einen sogenannten Biofilm auf dem Material. In dieser Schicht können die Keime wunderbar vor sich hin vegetieren. Solange das Immunsystem funktioniert, geht von den Erregern dort keine Gefahr aus, eine größere Invasion ins umliegende Gewebe kann durch ein funktionierendes Immunsystem meist erfolgreich verhindert werden. Aber das Vernichten der Erreger im Biofilm gelingt eben auch nicht.

Lokale Antiseptika sind im Prinzip geeignet, die Erreger in solchen Biofilmen abzutöten, sie kommen aber bei der PEG nicht in die Tiefe. Sie können damit also maximal den äußeren Teil der Sonde bis wenige cm innerhalb der Wunde reinigen. Systemische Antibiotika (und dafür soll ja vermutlich der Abstrich erfolgen) sind in diesen Fällen ebenfalls nicht sinnvoll und auch nicht von nachhaltiger Wirksamkeit, weil auch sie im Biofilm nicht in ausreichend hohen Konzentrationen vorliegen. Im ungünstigsten Fall züchtet man sich  massenweise resistente Erreger (an anderer Stelle).

Sie wissen ja, dass ich Bioresonanz für Humbug halte. Wollen Sie ernsthaft sagen, dass Sie einen Enterokokkus faecalis mit einer anderen "Frequenz" behandeln als einen Staphylokokkus epidermidis ? Und wenn ja, wo und wie wird das begründet ?

Kommentar von Lexi77 ,

Hallo! Der Hautarzt hat den Abstrich gemacht, weil durch das ganze Sekret meine Haut rundherum inzwischen sehr angegriffen ist. Und er meinte, dass man dann zumindest was gezielt auf die Haut auftragen könnte. Er hat aber auch gesagt, dass das grundsätzliche Problem nur mit einer Entfernung der Sonde gelöst werden könne. Da das aber im Moment eher keine Option ist (eben auch wegen der Vorerfahrungen mit den Komplikationen), wollen wir jetzt zumindest mit einer antibiotischen Salbe was für die Haut tun. Er hatte übrigens heute das Ergebnis schon, er sagte ich hätte Staphylokokken.

Danke auch für die ausführliche Erklärung bzgl. Biofilm etc. So genau hatte mir das bisher keiner erklärt.

Kommentar von Zweimal ,

Die Info fand ich auch sehr.

Jetzt wird mir einiges klar, auch wenn es leider nicht mehr nützt.

Kommentar von Lexi77 ,

Jetzt sagte mein Hautarzt, dass beim Abstrich herauskam, dass es Staphylococcus aureus ist und wohl auch in einer ziemlich hohen Anzahl. Ich habe letzte Woche eine antibiotische Salbe für die umliegende Haut bekommen. Die Haut um die PEG ist dadurch auch schon viel besser geworden. Allerdings meinte gestern der Hautarzt, dass da so viele Staphylokokken wären, dass die Einnahme eines Antibiotikums notwendig wäre. Aber nach deiner Erklärung würde das ja gar nichts bringen...?

> Solange das Immunsystem funktioniert, geht von den Erregern dort keine Gefahr aus, eine größere Invasion ins umliegende Gewebe kann durch ein funktionierendes Immunsystem meist erfolgreich verhindert werden. 

Also muss ich sehen, dass ich mein Immunsystem ordentlich Stärke, damit diese Entzündung sich nicht ausbreitet? Sind evtl. auch deshalb die Entzündungswerte im Blut nicht erhöht?

P.S.: ein Sternchen für die gute Erklärung mit dem Biofilm

Kommentar von GeraldF ,

Aber nach deiner Erklärung würde das ja gar nichts bringen...?

Genau. Wenn Sie jetzt Staphylex(R) einwerfen, dann killt das sämtliche* Staphylokokken auf Ihren Schleimhäuten und vielleicht auch einige in dem entzündeten Gewebe rund um die PEG-Sonde. Aber unmittelbar an der Sonde können ausreichend hohe Wirkstoffkonzentrationen nicht erreicht werden (die PEG ist ja schließlich nicht durchblutet, wie soll das Antibiotikum da auch hinkommen ?) und die Staphylokokken dort werden das überleben. Wenn Sie dann die Einnahme des Antibiotikums beendet haben, können die Staphylokokken wieder in das umliegende Gewebe einwandern (eben gerade so weit, wie es das Immunsystem zulässt). Sie haben also den gleichen Zustand wie jetzt.

*Fast. Denn um das Szenario vollständig zu beschreiben, sollte man schauen, was im ungünstigsten Fall auf der Schleimhaut passiert ist: Angenommen Sie haben einen MRSA irgendwo in der Rachenschleimhaut sitzen. Macht eigentlich nichts, weil er durch die vielen umliegenden Keime der Schleimhautflora in seiner Ausbreitung gehindert wird. Wenn Sie jetzt Flucloxacillin einnehmen, dann killen Sie alle Keime um ihn herum, aber er selbst hat eine natürliche Resistenz gegen dieses Penicillin. Nach dieser Aktion hat er sehr viel Raum, den er ungestört besiedeln kann. Das ist im Grunde Evolution im Zeitraffer. Die treibende Kraft ist der Selektionsdruck durch das Antibiotikum.

Kommentar von Lexi77 ,

Also der Arzt hat mir Cotrimoxazol verschrieben. Er hatte vom Labor so eine Liste, welche ABs er einsetzen kann. Wenn im Krankenhaus ein MRSA-Abstrich gemacht wird und der negativ ist, kann ich dann davon ausgehen, dass ich den nicht habe?

Sorry für die vielen (vielleicht dummen) Fragen und danke für die Antworten!

Kommentar von GeraldF ,

Hmm. Cotrim ist bakteriostatisch. Das bedeutet, es ist nicht in der Lage, die Erreger abzutöten, sondern nur die Vermehrung einzudämmen.  Diese Gruppe von Antibiotika sind explizit auf die "Mitarbeit" des Immunsystems angewiesen.

Der Abstrich auf MRSA wird ja an den typischen Prädilektionsstellen gemacht: Nasenvorhof, Rachen, Stirn-Haar-Grenze evtl. noch an zusätzlichen Wunden. Streng genommen kann man nur die Aussage treffen, dass sich an den Orten des Abstrichs kein MRSA befand. Über andere Stellen kann man eigentlich nichts sagen.

Antwort
von Beavis99, 962

Hallo,

kommt darauf an , wo der Abstrich hingeschickt wurde & ob auch eine Kultur angelegt wird.Am besten in der Praxis fragen, wann mit dem Ergebnis ca zu rechnen ist. In der Regel so 3-5 Werktage für die gängigen Untersuchungen.

Antwort
von gerdavh, 877

Da eine Pilzkultur angelegt wird, kann das bis zu vier Wochen  dauern, bis Du das Ergebnis hast. Auch eine Bakterienkultur kann einige Tage dauern. Alles Gute. lg Gerda

http://flexikon.doccheck.com/de/Pilzkultur


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