Frage von Sibyll, 3.840

Abführmittel Movicol auch auf bei Dauermedikation unschädlich?

Mein Sohn muss/soll dauerhaft ein Abführmittel nehmen. Bzw. ein Mittel, das seinen Darm auf Trab hält, um einem Darmverschluss vorzubeugen.

Ich habe dem Arzt Leinsamen oder ähnliches vorgeschlagen, doch der meinte, dabei bestünde eher die Gefahr der Klumpenbildung. Er hat uns Movicol verschrieben und gesagt, das wäre auch bei jahrelanger Anwendung völlig unschädlich. Gibt es unter euch vielleicht jemanden, der das bestätigen kann? Es heißt doch immer, dass Abführmittel abhängig machen und auf Dauer den Darm schädigen können ...

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Sibyll,

Schau mal bitte hier:
Medikamente Darm

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lexi77, 3.372

Hallo!

Also ich habe von meinem Arzt auch Movicol empfohlen bekommen, da ich Medikamente (Opiate) nehmen muss, die die Darmtätigkeit verlangsamen und so zu Verstopfung führen können. Auch als ich im Krankenhaus war, habe ich morgens und abends je einen Beutel bekommen.

Ich war zunächst auch skeptisch bzgl. "Abhängigkeit", man hat es mir aber so erklärt:

Movicol ist kein Abführmittel im eigentlichen Sinne. D.h. es hat keinen Wirkstoff, der abführend wirkt. Durch das Mittel wird Wasser im Darm gespeichert und dadurch das Stuhlvolumen erhöht und der Stuhl weich gehalten.

Auf der Internetseite von Movicol steht dazu folgendes:

Physiologische Wirkung

MOVICOL® wirkt aufgrund seiner osmotischen Wirkung im Darm abführend.

Das in MOVICOL® enthaltene Macrogol erhöht das Stuhlvolumen. Durch das vergrößerte Stuhlvolumen wird der Innendruck gesteigert, was wiederum die Darmbewegungen (Darmperistaltik) über neuromuskuläre Wege anregt.

Die physiologische Folge ist der verbesserte Transport von aufgeweichtem Stuhl und das Auslösen einer Stuhlentleerung (Defäkation).

Die mit MOVICOL® verabreichten Elektrolyte werden über die Darmwand mit der Körperflüssigkeit ausgetauscht und mit dem fäkalen Wasser ausgeschieden. Hierbei kommt es zu keinem Nettogewinn oder -verlust von Kalium, Natrium und Wasser.

MOVICOL® wirkt schonend, ist sehr gut verträglich und ruft keine Krämpfe hervor. Weil es im Darm nicht zersetzt wird, kommt es in der Regel zu keinen Blähungen – wie dies z. B. bei pflanzlichen Abführmitteln der Fall ist.

(http://www.movicol.de/movicol/das-physiologische-wirkprinzip/)

Übrigens gibt es auch Movicol speziell für Kinder, das ist dann mit Schoko-Geschmack. Ich weiß ja nicht, wie alt dein Sohn ist, aber vielleicht wäre das ja für euch?

Auf der entsprechenden Seite habe ich dazu folgendes gefunden:

Kinderärzten als auch die Leitlinien empfehlen hier macrogolhaltige Laxanzien, wie z.B. MOVICOL® Junior Schoko, das rezeptfrei in der Apotheke erhältlich ist.

MOVICOL® Junior Schoko wird angewendet zur Behandlung der Obstipation bei Kindern von 2 bis 11 Jahren. Es wird in Wasser aufgelöst und getrunken.

Die physiologische Wirkung von MOVICOL® Junior Schoko orientiert sich an den natürlichen Abläufen des Organismus. Die Einnahme von MOVICOL® Junior Schoko bewirkt eine Auslösung der Stuhlentleerung durch Erhöhung des Stuhlvolumens und Aufweichen des Stuhls im Darm.

(3xw.movicol.de/kinder/behandlung/rezidivprophylaxe/)

Viele Grüße, Lexi

Kommentar von Lexi77 ,

Danke für das Sternchen :-)

Antwort
von Mahut, 2.609

Liebe Sybill, da dein Sohn die Darmlähmung hatte, wird der Arzt es verschrieben haben, um eine weitere Lähmung und Verstopfung vorzubeugen.

Du kannst deinen Arzt da schon vertrauen. Alles Gute für deinen Sohn

LG Mahut

Antwort
von gerdavh, 2.615

Hallo, ich kannte dieses Mittel noch nicht und habe mal gegoogelt. Im Beipackzettel steht, dass es höchstens für zwei Wochen eingenommen werden soll. Dass das abführend wirkt, wundert mich bei diesen Inhaltsstoffen nicht. Inwiefern man sich daran gewöhnt, habe ich leider keine Hinweise gefunden

http://www.apotheken-umschau.de/do/extern/medfinder/medikament-arzneimittel-info...

Wie alt ist denn Dein Sohn? Im Beipackzettel steht, dass es nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet. ist. Verdauungsfördernd wirkt: Flohsamen, eingeweichter Leinsamen und Apfelpektin. Bei allen drei ist es allerdings notwendig, dass sehr viel dazu getrunken wird. Sonst wirkt es in der Tat eher verstopfend. Ich würde an Deiner Stelle nochmals einen zweiten Arzt befragen. lg Gerda

Kommentar von gerdavh ,

Habe nochmal gegoogelt - alle Anwender von Movicol berichten, dass es nicht zu einer Darmträgheit führen kann, also nicht abhängig macht.

Kommentar von Sibyll ,

Mein Sohn ist schon erwachsen, aber behindert (blind). Dadurch bewegt er sich normalerweise nur sehr langsam und zurückhaltend, was ein möglicher Grund für die Darmlähmung sein könnte, die er hatte. Er hat zur Zeit einen künstlichen Darmausgang, der aber bald rückverlagert werden soll. Um hinterher einen regelmäßigen Stuhlgang zu gewährleisten, soll er eben Movicol nehmen.

Mir wären die "üblichen" Mittel wie Leinsamen und Co. im Grunde auch lieber, aber das mit dem Trinken ist bei ihm auch so eine Sache ... daher ist Movicol wohl die sichere Alternative :-)

Kommentar von francis1505 ,

Ich dachte du bist Krankenschwester?!?

Antwort
von tinkerli, 2.318

hallo Sibyll, ich kann dir ein rein Pflanzliches Mittel empfehlen,dass deinem Sohn hilft,besser und regelmäßig zur Toilette zu gehen.Ich nehme es schon seit einiger Zeit.Es heißt Garcinia Atroviridis von Thaivita. Es ist wie gesagt rein Pflanzlich und du brauchst keine Angst vor Nebenwirkungen zu haben.Mir hilft es super.Ich habe seit ich es nehme keine Verstopfung mehr gehabt.Ich hätte auch Angst,Movicol langfristig deinem Sohn zu geben,denn bei solchen Mitteln können immer Nebenwirkungen auftreten,vor allem,wenn man es langfristig nehmen soll.

Kommentar von evistie ,

Movicol hat keine Nebenwirkungen. Bitte informiere Dich über die Wirkweise! Hingegen ist "rein pflanzlich" kein Garant dafür, dass keine Nebenwirkungen auftreten.

Antwort
von Irene1955, 2.048

Der Wirkstoff in Movicol bindet Wasser im Darm, und zwar rein mechanisch. Dadurch wird erreicht, dass der Stuhl etwas flüssiger bleibt, was eben eine Verstopfung verhindert. Meines Wissens nach besteht dabei tatsächlich keine Gefahr der Abhängigkeit. Dieses Mittel wird eigentlich extra Menschen empfohlen, die dauerhaft ein Abführmittel brauchen.

Du solltest lediglich darauf achten, dass dein Sohn genug trinkt, weil ja nun etwas weniger Flüssigkeit über den Darm aufgenommen wird. Gute Besserung an ihn!

Antwort
von francis1505, 1.879

Die Einnahmedauer sollte zwei Wochen nicht überschreiten, das ist richtig. ABER: es kann auch längerfristig angewendet werden, z. B. bei Patienten mit Parkinson oder bei der Behandlung mit Medikamenten, die eine Verstopfung fördern.

Warum soll dein Sohn das denn nehmen?

Bei langfristiger Anwendung kann die Dosis auf ein bis zwei Beutel pro Tag reduziert werden, als sog. Erhaltungsdosis.

Kommentar von Sibyll ,

Er ist schon erwachsen und hatte eine Darmlähmung bisher ungeklärter Ursache, die ihm beinahe das Leben gekostet hätte. Er bekam übergangsweise einen künstlichen Darmausgang. Da er behindert ist (blind), bewegt er sich nur sehr zurückhaltend und langsam, was ein möglicher Grund für die Darmlähmung sein könnte. Um seinen Darm nach der bald geplanten Rückverlagerung des Stomas aktiv zu halten, hat man ihm eben Movicol verschrieben, was anscheinend auch gerne z.B. bei Menschen im Rollstuhl genommen wird. Und derzeit kommen wir mit einem bis maximal zwei Beutel pro Tag eigentlich ziemlich gut hin .. ich denke, das ist akzeptabel - und allemal besser, als noch einmal so eine schreckliche Sache durchstehen zu müssen ...

Antwort
von StephanZehnt, 1.786

Hallo Sibylle,

wir wissen nicht warum Dein Sohn die Abführmittel einnehmen soll auf Dauer! Eine längerfristige Einnahme von Abführmittel kann auch schädlich sein! Denn bei zu langer Einnahme kann der Dickdarm seine Eigenbewegung regelrecht aufgeben. Abführmittel sind auch im Zusammenhang mit Hämorrhoiden ein Thema (Erwachsenen).

Wenn man zu lange Abführmittel nimmt, kann es auch u.U. zu Kaliumverlusten kommen. Nun Herzprobleme und Muskelschwund können die Folge sein.

Ich würde mir hier schon noch einmal eine Zweitmeinung holen. Bei einem Kind Abführmittel als Dauermedikation? Grund?

VG Stephan

Kommentar von Lexi77 ,

Movicol ist aber kein Abführmittel im eigentlichen Sinne, also es hat keinen abführenden Wirkstoff. Durch die Inhaltsstoffe von Movicol wird lediglich mehr Wasser im Darm gespeichert und der Stuhl so weich gehalten und das Stuhlvolumen erhöht. Durch die im Movicol enthaltenen Mineralstoffe kommt es auch nicht zu einem Verlust an Elektrolyten o.ä.

s. hier:

MOVICOL® ist stark wirksam und zugleich sehr gut verträglich. Weil MOVICOL® Elektrolyte enthält, bleibt der Mineralhaushalt weitgehend unbeeinflusst. Das Laxans ruft keine Krämpfe hervor und verursacht keine wirkstoffbedingten Blähungen. Die Gefahr einer Gewöhnung bzw. einer Dosissteigerung besteht auch nach langfristiger Einnahme nicht. Im Gegenteil, die Dosierung kann meistens im Lauf der Behandlung reduziert werden. Klinisch relevante Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. (http://www.movicol.de/movicol/movicol-produktfamilie/)

Kommentar von Sibyll ,

Mein Sohn ist bereits erwachsen, aber behindert (blind). Er hatte vor einigen Wochen eine (beinahe tödliche) Darmlähmung und zur Zeit einen künstlichen Darmausgang, der jedoch bald zurück verlagert werden soll. Daher die Medikation mit Movicol. Ich war auch skeptisch bei der Dauermedikation (daher ja auch meine Frage :-)), aber wie mir scheint, ist es wohl doch das richtige Mittel. Ich habe z.B. in der Werkstatt, in der mein Sohn arbeitet, mal nachgefragt, viele der dort beschäftigen Rollstuhlfahrer nehmen es auch schon seit vielen Jahren, ohne negative Begleiterscheinungen ...

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