Frage von kennchen, 92

Ab 65: Probleme bei Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung?

Eine Bekannte meiner Mutter, knapp 70 Jahre alt, war bislang über ihren Ehemann privat versichert. Nun lässt er sich von ihr scheiden und ihr Anwalt sagte ihr, es könne schwierig werden, mit über 65 in die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln. Das finde ich recht merkwürdig. Bislang dachte ich, die gKv sei verpflichtet, jemanden aufzunehmen. Muss sie dann jetzt selbst eine private Krankenversicherung abschließen? Was wisst ihr dazu?

Antwort
von StephanZehnt, 89

Hallo kennchen,

die GKV ist ab 55 J. nicht mehr verpflichtet, ehemals Privatversicherte zu übernehmen. Denn ansonsten würde das Schule machen. Das Problem um die 50 J. erhöhen sich die Prämien für die PKV erheblich

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/private-krankenkassen-warum-der-erste-...

Ja und dann kämen sehr viele auf die Idee wenn es bei der PKV im Alter teurer wird gehen wir wieder in die GKV. Ja und dann würde das Ganze explodieren. Ja und dann bezahlen die dei Kosten von denen mit die Ihnen noch vor kurzem gesagt haben was wollt ihr wir in der PKV bekommen ganz schnell einen Termin usw..

§6 Absatz 3a SGB V:

(3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind.

Ob es hier Einzelausnahmen gibt wenn sie Sozialhilfe bekommt das müsste Man beim VDK / SoVD klären.

Antwort
von Emelina, 70

Hallo kennchen,

der Anwalt deiner Bekannten hat schon recht. Es ist schwierig (ab einem Alter von 55 Jahren) als Privatkrankenversicherte in die gesetzliche Krankenkassen zu wechseln. Möglich wäre das in diesem Fall nur, wenn sie nach der Scheidung Sozialleistungen beziehen müsste.

Deine Bekannte muss aber nicht in die GKV wechseln. Sie hat das Recht in der PKV zu bleiben – aber eben nicht mehr über den Ehemann, sondern selbst versichert.

Im Trennungsjahr bleibt sie aber weiter über den Ehemann versichert. Erst nach der Scheidung kann eine Trennung der PKV, bzw. die eigene PKV deiner Bekannten erfolgen. Mehrkosten hat sie dadurch nicht, denn die Kosten für ihre PKV müssen im Unterhalt, den ihr Ex-Ehemann ihr bezahlt, berücksichtigt werden.

Das OLG Hamm hat im Urteil vom 18.06.2009 - 2 UF 6/09 hierzu Stellung bezogen. Danach gilt grundsätzlich: "Mehrkosten für private Krankenversicherung für Geschiedene sind ein ehebedingter Nachteil, wenn die unterhaltsberechtigte Person diesen Versicherungsschutz schon in der Ehe hatte."

Besteht danach für eine geschiedene Ehefrau die Notwendigkeit zum Abschluss einer privaten Krankenversicherung, um den Umfang ihres aus der Ehe gewohnten Versicherungsschutzes aufrechtzuerhalten, kann in den so entstandenen Mehrkosten ein auszugleichender ehebedingter Nachteil liegen. Dabei ist der unterhaltsberechtigten Person nicht zuzumuten, nur einen Basistarif abzuschließen, der Leistungen vergleichbar der gesetzlichen Krankenversicherung bietet.

http://www.finanztip.de/pkv-scheidung/

LG Emelina

Antwort
von rulamann, 63

Das habe ich gefunden >

Eine private Krankenversicherung läuft bei Trennung oder Scheidung unverändert weiter. Sofern über den Ehepartner Sonderkonditionen genutzt wurden (z.B. ein Ärztetarif), muss der Vertrag nach Scheidung ggf. umgestellt werden. Sind beide Ehegatten privat versichert und ist einer von ihnen unterhaltsberechtigt, dann sind nach der Scheidung die Beiträge für die Krankenversicherung ggf. zusätzlich zum Unterhalt zu zahlen. http://schlemann.com/beratung/lebensphasen/trennung-scheidung/

Als kann es sein ,dass der Ehemann die Versicherung seiner Frau weiter bezahlen muss.

Gruß rulamann

Antwort
von hermannheester, 58

Diese soziale Härte ist bei der Scheidung zu berücksichtigen. Es empfiehlt sich, die alte Versicherung weiterzuführen und den Beitrag an das verloren gegangene Gesponst zu leisten!

Antwort
von RHWWW, 58

Hallo,

die Ehefrau kann die bisherige private Krankenversicherung zu der gleichen Beitragshöhe wie bisher weiterführen. Wenn der Ehemann Beamter oder Pensionär ist, wird die Privatversicherung durch den Wegfall der Beihilfe wesentlich teurer.

Noch Fragen offen?

Gruß

RHW

Kommentar von RHWWW ,

Sie hatte bei der Eheschließung oder Aufgabe ihrer Berufstätigkeit sehr wahrscheinblich eine Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Sie hat sich zu diesem Zeitpunkt für die Privatversicherung entschieden (in diesem Fall vermutlich lebenslang).

Antwort
von AllesGute, 52

Hallo, hier ein Artikel aus dem du alle Fragen klären kannst. Immer mehr Ehen in Deutschland werden geschieden. Dabei kommt immer wieder die Frage auf, ob der bis dahin kostenfrei mitversicherte Ehepartner auch während der Trennungszeit weiterhin Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung erheben kann. Auch dies regelt das Sozialgesetzbuch V, und zwar in § 10. Dort ist verbindlich festgelegt, dass der getrennt lebende Partner dann einen Rechtsanspruch auf Fortführung der kostenfreien Krankenversicherung des Eheopartners hat, wenn er nicht selbst neue Einkünfte hat. Im Klartext bedeutet das folgendes : Nimmt der getrennt lebende Partner während der Trennungzeit keine Arbeit an, die ihm Einkünfte bringen, die eine eigene Krankenversicherung notwendig machen und erhält er keine Zuwendungen vom Staat, dann besteht der Anspruch auf kostenfreie Krankenversicherung in der Familienversicherung weiter. Der Anspruch endet mit dem Tag, an dem das Scheidungsurteil rechtskräftig wird. Dies ist nicht der Tag, an dem die Scheidung bei Gericht ausgesprochen wird. Rechtskraft erlangt ein Scheidungsurteil erst vier Wochen nach dem Urteilsspruch. Danach muss sich der nun geschiedene Partner nach einer eigenen Krankenversicherung umsehen. Entweder muss der Partner nun eine feste Arbeit annehmen und sich selbst einer Pflichtversicherung anschließen. Sollte sich keine Arbeit finden lassen, muss sich der frisch geschiedene Partner um eine staatliche Unterstützung (Harz IV) bekümmern, die eine Pflicht – Krankenversicherung beinhaltet.

Antwort
von oxala, 47

Durchaus möglich, das sie erst mal eine Zeit ohne Versicherung dasteht.

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