Frage von easybel, 69

4 Bandscheibenvorfälle mit 21. Was kann ich tun?

Mir stellt sich das Problem dass ich eine feste Ausbildungsstelle als Krankenschwester nachdem abi gefunden habe(Aug.) und auch eine eigene Wohnung....

Aber nachdem das alles geregelt war bin ich durch die permanenten schmerzen zum Arzt und dort wurde festgestellt dass ich bereit 4 bsv habe.3 in bws und 1 in lws...meine reha habe ich durch. ..die kann ich aber schlecht jetzt am Anfang meiner probezeit 3 wochen lang durchziehen....wenn mein Arbeitgeber davon erfährt dass ich nicht belastbar bin kann ich mit Sicherheit gehen.es ist ja nunmal krankempflege

Was kann ich tun um meine Existenz zu retten....ich kann vor Schmerzen weder mehr als 3 std sitzen was einen bürojob ausschließt aber auch nicht mehr als 4 std lang stehen und andere Tätigkeiten ausüben. Und das Berufsfeld was ich mir da unwissentlich der bsv ausgesucht habe ist natürlich Gift für meine Gesundheit....als ich das erfahren habe war aber die Bewerbungsfrist für gescheite und für mich passende Ausbildung um ein halbes jahr (es war april) überschritten....was soll ich tun?

Ich bin nicht wirklich zu was zu gebrauchen ohne starkes Schmerzmittel.Ich weiss ich sollte aufjedenfall die reha machen. ..Aber was bringt die mir wenn ich dann in die Arbeitslosigkeit rutsche?😢bekomme ich Unterstützung vom Staat? Wenn ich die reha nich nicht gemacht habe?

Darf mein chef mir die Ausbildung in diesem sonderfall überhaupt kündigen? 

liebe Grüsse.

Antwort
von Winherby, 27

Hallo
easybel,

 in Deinem Text schmeisst Du einiges durcheinander und schreibst teils Widersprüchliches, aber das ist sehr verständlich in der Aufregung um Deine besch... Situation.

Zunächst zu den BSV. Selbstverständlich musst Du die Reha durchziehen. Du bist erst 21 und Dein Körper kann in diesem jungen Alter noch viel reparieren, da gehören auch BSV dazu. Aber ohne eine professionelle therapeutische Hilfe wirst Du es mit ziemlicher Sicherheit nicht vernünftig schaffen, wieder vollständig belastbar zu werden. Soweit man von vollständig überhaupt reden kann.

 

Und ja, Du hast Recht, wenn der AG davon erfährt wirst Du gehen müssen. Du schreibst, dass Du eine feste Ausbildungsstelle hast. Hast Du aber nicht! Du hast einen Ausbildungsvertrag, der ist fix, sonst nix.

Einer von vielen Bedingungen eines solchen Vertrages ist die körperliche Eignung für diesen schweren Beruf. Diese Eignung wird entweder durch eine vorher stattfindende amtsärztliche Untersuchung bestätigt (so war´s damals bei mir) , oder eben durch eine Probezeit. Diese körperliche Belastbarkeit und Eignung hast Du nun aber nicht (mehr). Selbst wenn Du auf die Reha verzichten würdest, würdest Du die Probezeit mit 4 akuten BSV niemals überstehen können, jeder der Ausbilder und Kollegen würden es merken, dass da mit Dir gesundheitlich was nicht stimmt.  Und das war´s dann mit der "festen" Ausbildungsstelle.

 Außerdem würdest Du ohne baldige professionelle Therapie für Deinen Rücken einen bleibenden Schaden provozieren. Und wer vier BSV hat, der tendiert gewebetechnisch (schwaches Bindegewebe) zu noch mehr Vorfällen, denn es sind noch reichlich weitere Bandscheiben vorhanden. Und ich weiss wovon ich schreibe, ich hatte 6 BSV.

 

Also meine Gute, komm blos nicht auf die nachvollziehbare, aber verrückte Idee, Dich mit Nova..., Ibu..., Diclo.... oder sonstigen Schmerzmitteln vollzupumpen, blos um die Probezeit zu überstehen. Du würdest garantiert Deinen Körper nachhaltig schädigen und dann, ja erst dann, wäre Deine Karriere beendet u. U. für alle Berufe. Denn die Schäden, die Du Dir damit zufügen kannst, werden großenteils irreparabel sein.

 Und jetzt kommt die gute Nachricht: Wenn Du die Reha durchziehst und wenn Du Dich nach der Reha immer in allen Lebenslagen möglichst rückengerecht verhältst, dann wirst Du mit einiger Wahrscheinlichkeit ein schmerzfreies Leben leben können. Du musst Dir lediglich gründlich verinnerlichen, dass Du Dein Leben lang einen nicht hoch belastbaren Rücken hast. Er ist und bleibt Dein Schwachpunkt. Wenn Du das immer berücksichtigst, - was zugegebener Maßen anfangs schwer fällt -, kannst Du unter vielen Berufen auswählen, - nur nicht die Krankenpflege, auch nicht die Altenpflege oder sonstiges vergleichbar Schweres. Vermeide alle Berufe, die mit Bücken, Heben, Tragen verbunden sind. Aber, da bin ich sicher, es gibt garantiert Berufe, die Dir auch Freude und Anerkennung bringen, die Dein Rücken schafft.

 Also:  Kopf hoch, die Gedanken sortieren, den Frust abschütteln, dann die Ausbildung absagen, die Reha durchziehen, anschließend Rehasport und sonstiges Training beginnen. Gleichzeitig Bewerbungen an andere Firmen schreiben, und zu Beginn des nächsten Ausbildungsjahres geht´s dann frisch voran. Nutze die Zeit bis dahin!

 

Die Zeit bis dahin bist Du zwar von Sponsoren (Eltern, Arbeitsagentur) abhängig, aber das ist wohl in der momentanen Situation nicht zu ändern, verbuch das unter "Nackenschläge des Lebens".

 

Nutze die Zeit bis zum Beginn einer neuen, anderen Ausbildung möglichst sinnvoll mit Training, Aufbau und Pflege einer stabilen Muskulatur, besonders der des Rückens. Wenn Du das zielstrebig und gaaanz konsequent durchziehst, dann provitierst Du Dein ganzes Leben lang davon, das garantiere ich Dir.

 

Mir ist völlig klar, dass sich einige Passagen meiner Antwort für Dich nicht
wirklich nett anhören. Aber ich bin nunmal ehrlich und das Leben ist nicht
immer ein Zuckerschlecken. Wenn ich Dir hier die Welt schönrede und Dich nur mit wohlklingenden, salbungsvollen und tröstenden Worten volllabere, da hast Du nichts von. Du bist noch soooo jung und hast noch soviel Zukunft vor Dir.

 

Ich habe meine Worte sorgsam überlegt bevor ich sie für Dich schrieb, ich hoffe, Du weisst sie genauso sorgsam zu würdigen und dann das für Dich Beste daraus zu schöpfen. Ich wünsche Dir alles Gute.

Kommentar von easybel ,

Hallo winherby 

Danke für deinen Kommentar. ..ich finde den den sehr aufschlussreich. ..ich habe heute meinen Arbeitgeber angerufen und ihm um ein persönliches Gespräch gebeten.....das habe ich morgen. ...ich werde ihm von allem erzählen und darum bitten mir wenigstens eine Chance zu geben....da ich die Ausbildung sehr dringend benötige um das anschließende Studium zu bekommen( pflegewissenschaft) da ich kein gutes abi hingelegt habe und die sowas oft voraussetzen...sollten die mich wirklich kündigen muss ich mich iwie damit abfinden und werde die Chance nutzen mich ein jahr lang nur auf meinen Rücken und meine Gesundheit zu konzentrieren....auch arbeitslos...evtl finde ich ja auch dieses Jahr noch eine freie Ausbildungsstelle ...einige sind noch frei....die müssen hakt nur zum Krankheitsbild passen 😒

Kommentar von Winherby ,

Hallo easybeI,

das hört sich jetzt schon viel besser an, schön, dass Du so vernünftig bist.

Ein Jahr lang sich dem Rücken widmen ist seeehr vernünftig.

Natürlich ist es eine saublöde Konstellation, dass Du diese Ausbildung zwingend als Vorbereitung für das entsprechende Studium brauchst. Aber den Beruf selber hättest Du nie und nimmer ca. 40 Jahre lang durchgehalten.

Du hast Recht, ein ehrliches, offenes Gespräch ermöglicht Dir vielleicht die Chance, nächstes Jahr doch noch mit der Ausbildung zu beginnen. Besonders dann, wenn Du die Zeit bis dahin optimal nutzt um gesundheitlich auf Vorderfrau zu kommen.

Vielleicht aber, gibt es doch auch andere Wege der Ausbildung zu Deinem Wunschberuf, - oder wenigstens zu etwas sehr Ähnlichem. Hab mal kurz bei Google reingeschaut und habe dies, neben viel Anderem, gefunden:

https://www.apollon-hochschule.de/fernstudiengaenge/?reference=AdW0350&erid=...

Ist das keine Möglichkeit? Da musste nichtmal von daheim weg, es sei denn Du willst es. Es gibt recht unterschiedliche berufliche Möglichkeiten und Du kannst das Lerntempo weitgehend selbst bestimmen, womöglich ist für das ganze sogar finanzielle Unterstützung mit BaFög möglich.

Also ich sehe da noch viele Chancen und Wege für Dich, ohne dass Du Deinen Rücken krummbuckeln musst.

Wie Du siehst, Du brauchst nicht den Kopf hängen zu lassen, es gibt viele Möglichkeiten für Dich. Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg auf Deinem Weg zum Ziel, Winherby

Noch einer: http://www.gesundheit-studieren.com/

 

Antwort
von Lexi77, 28

Hallo!

Du bist da natürlich in einer schwierigen Situation. Ich kann dir da, insbesondere zu den rechtlichen Fragen, keine konkrete Antwort geben (da müsstest du dich ggf. mal an ein Forum für Rechtsfragen wenden). Ich möchte dir aber ein paar Denkanstöße geben.

Natürlich muss man heutzutage froh sein, wenn man einen guten Ausbildungsplatz im Wunschberuf bekommt. Und dass man den auf keinen Fall verlieren will, ist auch klar.

Aber wie stellst du dir vor, mit deinem jetzigen Beschwerdeausmaß die Ausbildung zu beginnen und zu schaffen? Wenn du nur so wenig belastbar ist, wird man dort doch - selbst wenn du nichts sagst - sehr schnell merken, dass irgendwas mit dir nicht stimmt. Du musst ja auch bedenken, dass du dann sicher auch einen Tag in der Woche mindestens Berufsschule haben wirst. Wie willst du diesen Tag dann durchstehen, wenn du nicht mal 3 Std. sitzen kannst? Und wie willst du den sicher auch körperlich belastenden Alltag auf einer Station schaffen?

Vielleicht kannst du ja mit dem Ausbilder sprechen, dass du dich vielleicht jetzt erstmal um deine Gesundheit kümmerst und im nächsten Jahr, wenn es dir hoffentlich wieder besser geht, dann neu einsteigst. Vielleicht hast du ja Glück und er hat Verständnis. 

Dann kannst du auch mal zur Arbeitsagentur gehen und dich dort beraten lassen. Meiner Meinung nach müsstest du, wenn du jetzt nicht deine Ausbildung beginnst, zumindest Anspruch auf Hartz IV haben.

Du musst ja auch bedenken: wenn du jetzt die Ausbildung machst, dann willst du ja hinterher auch viele Jahre in dem Beruf als Krankenschwester arbeiten. Wenn du aber schon mit einer angeschlagenen Gesundheit da rein gehst, wie soll es dann erst auf Dauer werden? Deine Wirbelsäule wird dann immer deine Schwachstelle sein und du wirst in dem Bereich sicher anfälliger sein, als völlig Gesunde. Man hört ja doch sehr oft, wie große gesundheitliche Probleme (insbesondere mit dem Rücken) viele Krankenschwestern/-pfleger mit der Zeit bekommen.

Ich weiß, das sind alles keine tollen Aussichten. Ich kann das alles sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst und um deinen Job bangst. 

Ich hatte mein Studium hinter mir und war im Referendariat für meinen Traumberuf (Musiklehrerin). Dann hatte ich einen Unfall und konnte das Referendariat aufgrund der massiven Verletzung nicht zuende bringen. Ich wurde aus dem Vorbereitungsdienst entlassen, ohne dass ich eine Abschlussprüfung machen konnte. D.h. ich kann jetzt nicht mehr in meinen Traumberuf kommen und habe noch nicht mal eine abgeschlossene Ausbildung, nur das 1. aber nicht das notwendige 2. Staatsexamen. Inzwischen habe ich sogar eine 50%ige Erwerbsminderung. Und trotzdem habe ich einen Weg gefunden, wenigstens ein paar Stunden im musikalischen Bereich zu arbeiten.

Vielleicht nutzt du jetzt einfach mal die Zeit, machst deine Reha und siehst zu, dass es dir wieder besser geht. Deine Gesundheit ist das Wichtigste, was du hast! Und wenn du dann jetzt fast ein Jahr Leerlauf haben solltest, kannst du ja vielleicht über Praktika auch mal in andere Berufszweige reinschnuppern, ob es vielleicht doch einen weniger belastenden Job gibt, der dir auch Spaß machen könnte. 

Alles Gute! Lexi

Kommentar von easybel ,

Ich werde es meinem Arbeitgeber morgen beichten....mal sehen was er sagt....evtl ist er ja gütig und gibt mir eine Chance. Meine Reha mache ich auf jedenfall ...nur er braucht halt nur auch das schreiben der Rentenkasse....dann würde er es eh erfahren. ...also sage ich es ihm lieber persönlich...Nein ich möchte nach der Ausbildung keine krankenschwetser bleiben...ich möchte in die pflegeplaning rein....in die Leitung...dafür brauche ich ein Studium und dafür wiederum die Ausbildung.....weil den Job den ich später mache passt eigentlich sehr gut zur Gesundheit...frage mich halt nur ob ich den Weg bis dato durchhalte...insgeheim hoffe ich iwie sogar gekündigt zu werden damit ich zeit für mich und meinen Rücken habe...ich bekomme dann zwar 1 jahr Harz 4 aber ich fange ja dann nächstes jahr was neues an....ausserdem habe ich nächste Woche einen Termin bei einem Spezialisten für brustwirbelsäulenchirurgie....evtl kann der mich beschwerdefrei machen. Ich weiss sonst auch nicht mehr weiter😧

Antwort
von DaKa87, 18

HI!

Also ich kann Dir nur aus meiner Erfahrung sagen: nach die Reha! Kein Arbeitgeber / keine Ausbildung g der Welt ist es wert, dass du deine Gesundheit dauerhaft aufs Spiel setzt. Ich schließe mich den Vorrednern an.

Ebenfalls denke ich, dass du eventuell Vorfall und Wölbung durcheinander wirbelst. Ich hatte in deinem Alter (sogar 2 Jahre jünger) auch BSV. So dachte ich. Gott sei dank waren 3 "nur" Wölbungen (die sich mit viel Zeit und Disziplin zurückbilden können) und nur ein massiver Vorfall mit dem ich gut 10 Jahre später immer wieder Kämpfe.

Wenn es wirklich Vorfälle wären dann hätte dir dein Arzt von vornherein von deiner Berufswahl abgeraten.

Zieh die Reha durch - und wenn die Ärzte dir raten zu verlängern - Nutz die Chance!

Kommentar von easybel ,

Es sind leider keine verwölbungen mehr sondern richtige Vorfälle....die sind schon etwas älter aber erst vor kurzem wegen der starken Schmerzen rausgekommen....heisst ich muss min 2 Stück iwann schon mit 17 oder 18 gehabt haben...2 sind frisch...das kann man auf den mrt Bildern sehen.

Danke aber trotzdem für deine liebe Antwort:)

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